Lana Lux

Jägerin und Sammlerin

Roman
Cover: Jägerin und Sammlerin
Aufbau Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783351037987
Gebunden, 304 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Alisa ist zwei Jahre alt, als sie mit ihren Eltern die Ukraine verlässt, um nach Deutschland zu ziehen. Aber das Glück lässt auch im neuen Land auf sich warten: Alisas schöne Mutter ist weiter unzufrieden, möchte mehr, als der viel ältere Vater ihr bieten kann. Die Tochter, die sich so sehr um ihre Liebe bemüht, bleibt ihr fremd. 15 Jahre später ist Alisa eine einsame junge Frau, die mit Bulimie und Binge-Eating kämpft. Mia, wie sie ihre Krankheit nennt, ist immer bei ihr und dominiert sie zunehmend.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.07.2020

In diesem Roman erzählt zunächst die bulimiekranke Tochter, dann die fordernde Mutter ihre Lebensgeschichte, weiß Rezensentin Marlen Hobrack. So wird ihr zufolge klar, dass die gescheiterte Mutter-Tochter-Beziehung eigentlich auf eine Leerstelle verweist: Die Väter beider aus der Ukraine stammender Frauen glänzen mit Abwesenheit. Die Tragik der Geschichte wird von dem lockeren Tonfall kontrastiert, mit dem sie erzählt wird, so Hobrack - letztlich geht es um eine Grenzziehung durch die Tochter, schließt sie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2020

Rezensentin Katharina Teutsch hat nur wenig an dem zweiten Roman von Lana Lux auszusetzen. Abermals erzählt ihr die junge Autorin eine deutsch-ukrainische Geschichte, anders als in "Kukolka" aber folgt sie hier zwei Freundinnen, die bereits in jungen Jahren nach Berlin kommen und sich integrieren. Beide verbindet eine Essstörung, ausgelöst durch elterlichen Druck: Mascha leidet seit der Aufnahme an einer Ballettschule an Anorexie, Alisa versucht dem Druck der bildhübschen Mutter durch Bulimie zu entfliehen, resümiert die Kritikerin. Lux gelingt es - vor allem im letzten Drittel des Buches, wenn Alisas Mutter die eigene Geschichte erzählt - mit therapeutischem Gespür und "großer Klugheit" von traumatisierten Generationen und von "tradierten Frauenbildern" zu erzählen, lobt die Rezensentin. Dass angerissene Themen wie jüdische Identität oder das Berlin der Neunziger dabei zu kurz kommen, findet Teutsch hingegen schade.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 21.03.2020

Rezensentin Hannah Lühmann bewundert Lana Lux, seit sie deren Debüt-Roman "Kukolka" verschlungen hat. Ihr neues Buch ist ebenfalls unbedingt lesenswert, versichert die Kritikerin, auch wenn die Geschichte einer jungen Berlinerin mit einer Essstörung vergleichsweise gewöhnlich und darum um eine Winzigkeit weniger grandios ist, wie sie findet: Die Härte der Mutter, aus der sich die Probleme der Protagonistin entwickeln, wird auf einen völlig unerwarteten Grund zurückgeführt, verrät Lühmann. Dass die Mutter in der zweiten Hälfte des Romans selbst zu Wort kommt, macht die Erzählung wunderbar authentisch und zeigt Lux' herausragendes Talent, ihre Figuren ernst zu nehmen, lobt die Rezensentin.

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