Aus dem Schwedischen von Verena Reichel. Windy schneidet Haare und plaudert dabei über Gott und die Welt. Von dem Dekan im Rollstuhl, der angeblich mit einem Splitter im Unterleib aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt ist, und von Richter Caldwell, der hinter allen jungen Mädchen her war, bevor er einen Schlaganfall bekam. Von ihren beiden Männern, Seth, der im Gefängnis landete, und Walter, der eines Tages mit dem Wohnmobil auf und davon ist und sie mit den beiden Mädchen sitzenließ. Man sagt Windy nach, sie habe das Zweite Gesicht, und schon als Kind, nach dem Tod ihres Vaters, hat sie Engel gesehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2000
Eher verstimmt äußert sich Andrea Köhler über den hier zum zweiten Mal verwendeten Einfall des Autors, eine Friseuse im texanischen Unistädtchen beim Haareschneiden erzählen zu lassen (vorher schon in "Die Sache mit dem Hund"). Einfach unglaubwürdig ist diese Figur, meint sie: weder die Sprachebene noch die Psychologie stimmen, und dass die "akademisch nachgerüstete Quasselstrippe" ihrem Kunden, dem nacherzählenden Professor, den Nobelpreis voraussagt, findet sie eher peinlich. Dabei gönnt sie Gustafsson den Preis, - allerdings nicht für dieses Buch. Ein drittes Buch der plappernden Windy ist angekündigt: leider, meint Andrea Köhler.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
Helmut Frielinghaus nennt Gustafssons neuen Roman eine "Inspiration". Das mag man nicht glauben, bleibt Frielinghaus in seiner Begeisterung doch ziemlich konventionell. Nach einer viel zu umfangreichen Zusammenfassung der Geschichte und einigen Bemerkungen über den Autor kommt Frielinghaus zu dem Schluss: "Wie alle Bücher Gustafssons ist auch dieses neue, bei schmalem Umfang, reich an wundersamen, angenehm gruseligen und komischen Geschichten." Explizit würdigt er die Übersetzung durch Verena Reichel, die sehr schön den Bewegungen des Monologs folge.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…