Die Regulierung von Kapitalmarktspekulation steht seit Jahren im Mittelpunkt rechtspolitischer Debatten. Kernproblem ist die Frage, wie man volkswirtschaftlich erwünschte ("gute") Spekulation abgrenzen kann von exzessiver, die Funktionsfähigkeit der Märkte beeinträchtigender und Spekulanten in den Ruin treibender ("schlechter") Spekulation. Lars Klöhn versucht in der vorliegenden Publikation diese Aufgabe auf drei Wegen zu lösen: durch eine finanztheoretische Untersuchung der ökonomischen Grundlagen von Kapitalmarktspekulation, eine kognitions- und sozialpsychologische Analyse des Denkens und Verhaltens von Kapitalmarktteilnehmern sowie - hierauf aufbauend - die rechtspolitische, dogmatische und vergleichende Studie desjenigen Teilbereichs des Kapitalmarktrechts, der für Spekulanten am relevantesten ist: das Recht der Emissionsprospekte und Ad-hoc-Mitteilungen. Rechtsmethodisch steht hierbei die Frage im Mittelpunkt, inwieweit unter Marktteilnehmern systematisch auftretende Urteilsfehler bei der Auslegung, Fortbildung und rechtspolitischen Gestaltung der Rechtsordnung berücksichtigt werden dürfen und sollten (Behavioral Law & Economics). Der Autor erprobt und veranschaulicht dies an klassischen Fragen des Kapitalmarktrechts: Auf welchen Anlegertyp sollten Kapitalmarktinformationen zugeschnitten sein? Auf welche Art und Weise sollten Ad-hoc-Mitteilungen veröffentlicht werden? Inwieweit sollten Marktteilnehmer mit zukunftsbezogener Information über Emittenten versorgt werden? Sollten Emittenten verpflichtet werden, am Kapitalmarkt kursierende Gerüchte zu kommentieren?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2006
Soll noch einer sagen, alles Spekulation! Anne van Aaken hat erfahren, dass sich Interdisziplinarität und Wirtschaftstheorie "vorbildlich" vereinen lassen. Van Aaken findet das von Lars Klöhn in seiner Dissertation angewandte Instrument der Verhaltensökonomik so spannend wie wichtig, um den gesellschaftlichen Nutzen der Kapitalmärkte und eventuellen rechtspolitischen Handlungsbedarf zu klären. Die Rezensentin folgt dem Autor bei der Erörterung dieser Fragen über die Evaluierung von Spekulationen, die Widerlegung gängiger Kapitalmarkteffizienzhypothesen bis hin zum Vorschlag einer "gleichzeitigen Anlageinformation" und stellt fest: Verhaltensökonomik kann helfen, juristische Probleme zu klären. Das Buch empfiehlt sie seiner "einfachen Lesbarkeit" und seines prallen Anhangs wegen aber nicht nur Kapitalmarktrechtlern und Richtern, sondern ebenso privaten Anlegern.
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