Lawrence Weschler

Oliver Sacks

Ein persönliches Porträt
Cover: Oliver Sacks
Rowohlt Verlag, Hamburg 2021
ISBN 9783498072643
Gebunden, 480 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hainer Kober. Er war ein großartiger Arzt und ein begnadeter Erzähler: Mit seinen Fallgeschichten hat der Neurologe Oliver Sacks Millionen Lesern ein neues, anderes Bild von Krankheit vermittelt. Voller Empathie und mit großer Fachkenntnis hat Sacks immer wieder Menschen beschrieben, deren Leben durch eine schwere Krankheit oder Behinderung geprägt wurde - und die unser Interesse und Mitgefühl verdienen. Schon 1981, als Sacks noch weitgehend unbekannt war, beschloss der Journalist Lawrence Weschler, die Biografie von Oliver Sacks zu schreiben. Er konnte ihn bei seiner täglichen Arbeit als Arzt erleben, begleitete ihn auf Reisen und führte zahlreiche intensive Gespräche mit ihm. Auf dieser Grundlage entstand eine sehr persönliche Nahaufnahme. Weschler erzählt ausführlich von der Entstehung der ersten Sacks-Bücher, die zu Bestsellern wurden, und verfolgt den Weg des Autors Oliver Sacks bis zu dessen Tod im Jahre 2015. Das Porträt eines empathischen Menschenfreundes und Seelenforschers, der unser Bild von Krankheit und Gesundheit nachhaltig verändert hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.11.2021

Rezensent Nicolas Freund ist klar, dass man einem Tausendsassa wie Oliver Sacks nur mit Fakten nicht gerecht wird. Dementsprechend legt Lawrence Weschler seine Biografie über diesen ungewöhnlichen, umtriebigen, unzeitgemäßen Arzt, Motorradfahrer, Bodybuilder, Naturforscher und Drogenfan auch nicht als brav chronologisches Narrativ an, sondern als Sammlung aus Gesprächen mit Weggefährten, aus Beobachtungen und Zitaten von Sacks selbst. Nicht unbedingt mit einem Auge zu lesen, aber dafür nie langweilig, verspricht der Rezensent. Eins steht für ihn nach der Lektüre fest: Sacks war als Arzt seiner Zeit voraus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2021

Rezensent Andreas Mayer kann an Lawrence Weschlers Biografie über den berühmten Neurologen und Bestsellerautor Oliver Sacks vor allem viel über das Verhältnis von Biograf und "Held" ablesen. Keinen chronologischen Abriss liefere der Autor und langjährige Freund des Porträtierten hier, so Mayer, sondern eine Zusammenführung verschiedener Einzelinformationen und Perspektiven, die ein spannungsreiches Bild von Sacks' Kindheit, Leben und Karriere ergeben: Sacks, der von seiner Mutter (Gynäkologin) über tote Föten in Gläsern an Medizin herangeführt wurde, der zu ihrem Entsetzen schwul war, nach einer wilden Drogenphase dem Sex kurzerhand abschwor, was sein Biograf einfach nicht nachvollziehen kann. Etwas "hochgegriffen" scheint dem Kritiker der vom Autor selbst bemühte Vergleich seiner Biografie mit Boswells "Life of Samuel Johnson" - seinen eigenen Reiz entfalte Weschlers Buch nichtsdestotrotz.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.08.2021

Rezensentin Susanne Billig berichtet interessiert von der Biografie des britischen Neurologen Oliver Sacks, die von dem Journalisten Lawrence Weschler initiiert und rund 50 Jahre später veröffentlicht wurde. Um das turbulente Leben Sacks' zu verschriftlichen, begleitete Weschler ihn vier Jahre lang, woraus nicht nur eine reiche Sammlung aus Briefen, Gesprächen und Tagebucheinträgen, sondern auch eine jahrzehntelange Freundschaft der beiden entstand, erzählt Billig. Ein wenig enttäuscht ist sie von der Chronologie, die augenscheinlich einen zusammenhaltenden Erzählbogen ersetzt. Aber die tiefen und fachlich fundierten Gesprächspassagen der zwei Freunde werten das ganze für die Rezensentin entschieden auf. Außerdem müsse man anerkennen, dass Sacks mit seinem feinfühligen Werk das medizinische Schreiben erneuern konnte, schließt sie.
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