Klappentext
Frauen verdienen weniger und zahlen mehr: für Produkte und Dienstleistungen, die speziell für Frauen vermarktet werden, für Menstruation und Verhütung, für Geburten und für Care Arbeit. Doch das ist längst nicht alles. Die patriarchalen Strukturen verlangen Frauen noch ganz andere Mehrkosten ab: Zeit, Einfluss, Energie. Diese Schieflage muss behoben werden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 05.10.2024
Lea Joy Friedel bringt in diesem Buch wichtige Erfahrungen vieler Frauen zum Ausdruck, findet Rezensentin Ramona Westhof. Zentral geht es laut Westhof darum, wie viel es in unserer Gesellschaft kostet, eine Frau zu sein, begonnen mit den Preisen für Haarentfernung, Tampons und anderem - bei einem verglichen mit Männern niedrigeren Gehaltsniveau. Die Passagen, die sich mit der monetären Ausbeutung von Geschlechtsunterschieden schon bei Kindern beschäftigen, erzählen nicht so viel Neues, findet Westhof, interessanter wird es, wenn Friedel, an eigene Erfahrungen anschließend, über Themen wie Schwangerschaft und sexuellen Missbrauch schreibt. Unter anderem geht es um den erzwungenen Souveränitätsverlust werdender Mütter, erfahren wir, oder auch um die durchaus bizarren Ratschläge an Schwangere bezüglich Intimrasur. Insgesamt behandelt das Buch eine ganze Reihe feministischer Problemzusammenhänge, beschreibt Westhof, wobei Friedel weder unter den Tisch fallen lässt, dass das Patriarchat auch Männern schadet, noch ihre Leserinnen und Leser mit ihrer berechtigten Wut allein lässt. Stattdessen gibt sie, freut sich die insgesamt sehr angetane Rezensentin, praktische Ratschläge etwa hinsichtlich weiblicher Solidarität.