"Einmal licht, einmal dunkel" geht es in diesen drei einfühlsamen, unprätentiösen Geschichten zu, in denen Lenka Reinerová einmal mehr von ihrem bemerkenswerten Leben erzählt. Auf den Straßen Londons begegnet die Erzählerin einer jungen Obdachlosen. Als sie sich fragt, was dem Mädchen zugestoßen sein könnte, erinnert sie sich der ruhelosen Zeit ihrer Emigration 50 Jahre zuvor: wie sie, kaum 19jährig, in Paris lebte, ins Gefängnis, später ins Internierungslager gebracht wurde, wie sie sich in Marseille und Casablanca durchschlug und es ihr schließlich gelang, nach Mexiko zu kommen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.05.2000
Hiltrud Häntzschel streicht in ihrer kurzen Rezension heraus, dass die Erzählungen der Prager Autorin, in denen es um Solidarität, Antifaschismus und Mitmenschlichkeit während Flucht und Exil geht, "heute politisch und ästhetisch nicht sonderlich opportun" seien. Gerade aus diesem Grund findet die Rezensentin die Texte "beachtenswert, lesenswert". Die Autorin zeige sich hier als "wach, kritisch und nicht zu entmutigen" und wirke trotz ihres Alters, so die Rezensentin anerkennend, in diesen Erzählungen nicht alt, sondern vielmehr "abgeklärt".
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