Mit 205 Abbildungen. Mit einem Geleitwort von Peter C. Jones Aus dem Englischen von Friederike Levin. Aus dem Deutschen von Isabel Cole. Von 1933 bis zur Okkupation durch die Wehrmacht 1940 heißt die europäische Hauptstadt der deutschen Kultur Paris. Schriftsteller und bildende Künstler, Musiker und Theatermacher verschiedenster politischer Lager und Konfessionen sind hier im Exil und beharren durch ihre Arbeit auf der Idee eines "besseren Deutschland". Diese kulturelle Botschaft vertreten sie in Ausstellungen, Theaterinszenierungen und mit politischer Aufklärungsarbeit gegenüber der Weltöffentlichkeit und wenden sie als ideelle Waffe gegen das nationalsozialistische Regime. Große Teile des Nachlasses des Fotografen Josef Breitenbach (1896-1984) belegen diese Manifestationen des anderen Deutschlands im Pariser Exil.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.04.2002
Diese gute, solide Arbeit ist eine bereichernde Ergänzung bereits vorliegender Studien, findet Rezensent Roland H. Wiegenstein. Die Herkunft Josef Breitenbachs und sein frühzeitiges Emigrieren aus Nazideutschland werden von Wiegenstein nur kurz angerissen, um sich dem erklärten Gegenstand des Buches, Breitenbachs Bedeutung im "aktiven Widerstand der Exilierten" anhand von Beispielen zuzuwenden. Nach Wiegenstein kann der Leser nur wenige Porträts berühmter Künstler und gar keine Fotos von künstlerischem Rang erwarten, denn der Wert des Buches liege in den erhalten gebliebenen Fotografien, mit denen Breitenbach gleichsam als "Chronist" die "Gemeinschaftsarbeiten gegen die Nazidiktatur" festhielt. Diese auch im Ausland oftmals be- oder verhinderten Arbeiten (Ausstellungen und Theaterinszenierungen) werden von Wiegenstein sorgfältig in ihrem politischen Zusammenhang beschrieben und die Bedeutung der Fotografien als besondere und manchmal einzig erhaltene Zeugnisse herausgearbeitet. Von den Autoren hätte sich Wiegenstein noch mehr Ausführlichkeit in den Texten gewünscht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2002
Einige bisher unbekannte Fotografien aus dem deutschen Exil in Paris und New York verspricht Volker Breidecker in diesem "großzügig bebilderten" Band. Josef Breitenbach habe etwa bei und für Veranstaltungen wie "Das freie deutsche Buch" in Paris 1936 oder den in New York geplanten, aber auf Druck der Nazis nicht verwirklichten Pavillon des Exils für die Weltausstellung in New York 1939 fotografiert. Auch einige Fotos von Pariser Brecht-Inszenierungen der Zeit werden in dem Band präsentiert. Im Textteil des zweisprachigen Buchs scheint man überdies einiges über die Vita des lange vergessenen, dann wiederentdeckten Fotografen zu erfahren. Breidecker skizziert sie kurz, schildert, wie Breitenbach als Amateur begann und über die Reklamefotografie zur Reportage kam - 1996 wurde ihm die erste Retrospektive gewidmet. Dem Text der beiden Autoren des Bandes wirft Breidecker eine etwas zu didaktische Herangehensweise an Leben und Oeuvre Breitenbachs vor. Auch kritisiert er, dass sie die Rolle der Kommunisten in der Gegenpropaganda zu den Nazis nicht problematisieren.
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