Aus dem Amerikanischen von Gregor Hens. "Fat City" ist keine Heldengeschichte, sondern eine Verbeugung vor dem letzten Willen, der erst erwacht, wenn alle Hoffnung unter den Tisch getrunken ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.08.2017
"Fat City" ist ein altes Slangwort für Reichtum, Erfolg und Zufriedenheit, klärt Rezensent Fritz Göttler auf, der immer die tollsten Bücher kennt: Von Fettlebe ist im Stockton der Fünfziger Jahre, in dem die beiden Boxer Tully und Ernie mehr schlecht als recht an ihren Karrieren schrauben, allerdings nichts zu finden. In Gardners "Kultroman" von 1969, der nun in einer schlagkräftigen Neuübersetzung von Gregor Hens vorliegt, gibt es auch keine amerikanischen Siegertypen wie Rocky oder Jake LaMotta, berichtet der Kritiker. Vielmehr liest Göttler hier von Vorkämpfen in Kleinstädten, Losern und Einsamkeit - davon aber erzählt Gardner faszinierend, präzise und unsentimental, lobt der Rezensent, der die leise Hoffnung auf einen neuen Roman des Autors nicht aufgegeben hat.
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