Vorträge einer Internationalen Fachkonferenz in Freiburg im Breisgau 2004. Die "Griechische Culturgeschichte" wird zunächst vor dem wissenschaftsgeschichtlichen und gesellschaftlichen Horizont ihrer Entstehungszeit verortet, dann werden einzelne Gegenstände, Leitmotive und Auffassungen näher betrachtet, und schliesslich wird Burckhardts kulturgeschichtlicher Ansatz von aktuellen altertumswissenschaftlichen Perspektiven her durchleuchtet. Burckhardt hat sich zwar immer zum Aussenseiter der Historikerzunft stilisiert, und die "Griechische Culturgeschichte" wurde von einigen frühen Rezipienten dementsprechend kritisch aufgenommen. Dennoch ist unübersehbar, dass das Werk sowohl wissenschaftlich Bezug nahm auf aktuelle fachliche Entwicklungen als auch zeitgenössische gesellschaftliche und politische Strömungen widerspiegelt. Ein Ziel des vorliegenden Bandes ist es, zu einem besseren Verständnis darüber zu gelangen, auf welche Weise, in welcher Auswahl und Gewichtung Burckhardt solche Einflüsse aufnahm und verarbeitete.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2007
Caspar Hirschl nimmt an, dass dieser Sammelband mit Aufsätzen zu Jacob Burckhardts "Griechischer Kulturgeschichte" dazu dienen soll, der vierbändigen kritischen Ausgabe des schwer wiegenden Werks den Weg zu ebnen. Allerdings macht ihn der Band insgesamt, trotz mancher interessanter Funde, nicht recht froh. Er sieht in der wenig überzeugenden Gliederung des Buches, die er als "aufgesetzt" kritisiert, das generelle Problem zahlreicher Überschneidungen, sowohl auf thematischem Gebiet als auch hinsichtlich der Erkenntnisse und Urteile der Autoren. Und findet er einzelne Ausführungen, wie beispielsweise zur griechischen Tyrannis oder zum Selbstbild Burckhardts zwar durchaus beeindruckend, so kann er sich deshalb für den Sammelband insgesamt nicht erwärmen.
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