Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2003
Gerd Habermann hat Leopold Kohrs Plädoyer für die kleine Einheit mit sehr viel Sympathie gelesen. Er sieht mit dem Buch ein hervorragendes Gegengewicht zum Kult des Kolossalen gesetzt, der in Politik und Wirtschaft immer mehr den Menschen als Maß aller Dinge verdränge. Kohrs leuchtendes Vorbild ist dabei natürlich die Schweiz, wie wir von Habermann erfahren, sein stärkstes Argument ist das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens, das Habermann so erklärt: Je größer die Staaten, desto größer auch die Katastrophen. So schlägt der Autor vor, die Großstaaten wieder aufzulösen und sie in ihre historischen Bestandteile zu zerlegen. Kohr weiß um die Aussichtslosigkeit seines Unterfangens, und so tröstet ihn der Rezensent mit dem Hinweis, dass sich die Freunde des Kleinen, Menschengemäßen immer in einer Minderheit befunden hätten, aber einer glänzenden.
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