Der Religionskritiker Walter Wippersberg erzählt über sich selbst. Er ist über sechzig, als er in die oberösterreichische Kleinstadt zurückkehrt, in der er aufgewachsen ist und die er neunzehnjährig verlassen hat. Er wird in jenes Krankenhaus eingeliefert, in dem er auch geboren wurde, und für eine Weile sieht es so aus, als würde er hier vielleicht auch sterben. Wippersberg erzählt von einer Nachkriegskindheit und von ein paar Monaten im Jahr 2006, die von lebensbedrohenden Krankheiten bestimmt sind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2008
Karl-Markus Gauß findet die Doppel-Autobiografie des österreichischen Schriftstellers bemerkenswert. Wippersberg hatte nach einer lebensbedrohlichen Krankheit Grund, erneut auf sein Leben zu blicken und tut dies in dem Buch von zwei Seiten. Im ersten Erzählstrang, so berichtet Gauß, rolle Wippersberg seine Kindheit im oberösterreichischen Speyr auf. Der zweite Strang erzählt parallel und "stilistisch glasklar? sein Leben ab der Krankheit rückwärts. Gauß war berührt und bewegt, und führt die emotionale Kraft auch auf Wippersberger "uneitle? Person zurück. Neben der persönlichen Geschichte war für den Rezensenten ebenfalls die gelungene Darstellung der sozialen und kulturellen Veränderungen in Österreich augenfällig. Besonders die Geschichte Speyrs porträtiert der Autor, von der industriellen Welle in der Zwischenkriegszeit über den Nationalsozialismus bis zum Beschweigen der Vergangenheit. Das ambivalente Verhältnis Wippersberg, so Gauß, sei zentral für die Doppelseitigkeit seiner Lebensgeschichte.
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