Lewis Robinson

Der Taucher

Und andere Geschichten aus Maine
Cover: Der Taucher
Luchterhand Literaturverlag, München 2005
ISBN 9783630871783
Gebunden, 256 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Thomas Gunkel. Jeder kennt dieses Gefühl des Abgrunds, wenn plötzlich, in einem ganz normalen Leben, der Augenblick eintritt, in dem alles auf dem Spiel steht, alles sich grundlegend ändern kann. Vielleicht bietet Maine für solche Szenen einen idealen Grund, sehr wahrscheinlich liegt es aber am Geschick des Autors, der in diesen Geschichten scheinbar ganz normale Menschen vor solchen Wendepunkten schildert und blitzlichtartig den ganzen Charakter, ein ganzes Leben, ja ein Schicksal erhellt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2005

Doch, doch, das kann man sehr gut lesen - so der Tenor von Thomas Hermanns Besprechung von Lewis Robinsons Kurzgeschichtenband "Der Taucher". Robinson war Sekretär bei John Irving, er wurde schon mit Hemingway verglichen, und so attestiert Hermann ihm brav, dass er in der "Tradition des realistischen Erzählens" stehe und eine "unsentimentale, ja beiläufige Art" entwickelt habe, seine männlichen Protagonisten aus ihrer festgefügt-sterilen Alltagswelt in Maine in Abgründe zu stürzen und schicksalhafte Begegnungen mit ihren verdrängten Ichs herbeizuführen. Mal fühlt ein Bootsbesitzer sich von einem Taucher bedroht, der seine Schiffsschraube aus einer Schlingpflanzenverstrickung befreit, mal entdeckt ein "Eishockeyfreak" in der Schultheatergruppe Gefühle, die die Liebe sein könnten, wenn dieses Frühlingserwachen nicht irritierender Weise im Illusionsraum des Theaters stattfände; und ein Vater mit seinem Sohn funktioniert einen Kunsttransport schnurstracks in einen Kunstraub Richtung Kanada um. Insgesamt entsteht in den elf Geschichten, so Hermann abschließend, "jene anregende Irritation, die Literatur lesenswert macht".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2005

Lewis Robinson hat viel von seinem Lehrer John Irving gelernt, konstatiert Friederike Reents, vor allem, wie man "gute Geschichten baut" und in ihren Charakteren die "Mentalität eines Landes" spiegelt. Elf Erzählungen versammelt der Band, die alle im Fischerdorf Point Allison am Atlantik spielen. Figuren und Kulisse sind erstklassig gezeichnet, und für Spannung ist ebenfalls gesorgt, denn der Debütant Robinson, schreibt die Rezensentin, "interessiert sich für das, was normalerweise nicht verhandelbar ist. Er zieht den Leser in den Raum geheimer, bisweilen fast abartiger Phantasien" hinein - in das Abgründige der Protagonisten, das aber dennoch nie zu hell ausgeleuchtet wird. Mal sehen, meint Reents zum Abschluss, ob das auch im großen Format funktioniert - "ein Roman ist in Planung".
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