Teresa von Avila (1515-1582) ist bis heute die am meisten gelesene Mystikerin. Linda Maria Koldau erzählt ihren Lebensweg im Spanien der Renaissance: von der kränklichen, Ritterromane verschlingenden Halbwaisen, die gegen den Willen des Vaters in ein Kloster eintritt, bis hin zu der großen Visionärin und Ordensgründerin, die ihre Autobiografie verfasst und sich gegen Papst und Inquisition behauptet. Dass sie deshalb ein Leben in kontemplativer Zurückgezogenheit geführt hätte, wäre jedoch ein Trugschluss. Linda Maria Koldau beschreibt, wie der Blick nach innen Teresa die Kraft gab, ganz neue Wege zu wagen: als eine Gelehrte und Schriftstellerin, die als erste Frau zur Kirchenlehrerin erhoben wurde, als eine Klostergründerin, die sich gegen mächtige Widersacher durchsetzte, und als eine Geschäftsfrau, die unzählige Klöster wirtschaftlich absicherte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2014
Gleich zwei Biografien über die heilige Ordensschwester Teresa von Avila kann Rezensentin Iris Roebling-Grau verkünden. Linda Maria Koldaus Biografie verfügt über erläuternde Abbildungen, lobt die Kritikerin, die darüber hinaus hier die Lebensgeschichte der Nonne überwiegend geordnet nach ihrem Leben als Schriftstellerin und Theologin liest. Während die Rezensentin Interessantes aus der Kindheit Avilas erfährt, etwa von ihrer Flucht ins "Land der Mauren", wo sie sich gemeinsam mit ihrem Bruder köpfen lassen wollte, um in den Himmel zu kommen, kommt Roebling-Grau die berühmte Vision der Ordensschwester der Karmeliter bei Koldau zu kurz. Neben einem gelungenen Umgang mit Teresas eigenen Schriften, unter anderem ihrer Autobiografie, würdigt die Kritikerin auch die Schilderung der historischen Hintergründe.
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