Lisa O'Donnell

Bienensterben

Roman
Cover: Bienensterben
DuMont Verlag, Köln 2014
ISBN 9783832197285
Gebunden, 320 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Stefanie Jacobs. Heiligabend in Glasgow: Die fünfzehnjährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly haben gerade ihre toten Eltern im Garten vergraben. Niemand sonst weiß, dass sie da liegen und wie sie dahin gekommen sind. Und die Geschwister werden es niemandem sagen. Irgendwie müssen sie jetzt allein über die Runden kommen, doch allzu viel Geld verdient Marnie als Gelegenheits-Dealerin nicht. So ist es ihnen ganz recht, als ihr alter Nachbar Lennie, stadtbekannter (vermeintlicher) Perversling, sich plötzlich für sie interessiert. Lennie merkt bald, dass die Mädchen seine Hilfe brauchen. Er nimmt sich ihrer an und gibt ihnen so etwas wie ein Zuhause.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2014

Eigenwillig und spannend, wenngleich mit Schwächen in der Dramaturgie und der Diktion, findet Angela Schader den Roman von Lisa O'Donnell. Ach ja, die Schilderung der Beseitigung verwesender Eltern hat Schader fast den Magen umgedreht. Ansonsten aber gefällt ihr die an McEwans "Zementgarten" erinnernde Geschichte über zwei vernachlässigte Mädchen. Auch weil es der Autorin meistens gelingt, das Gefühlige ins Borstige umzubiegen, wie Schader erklärt. Und weil Stefanie Jacobs so pfiffig übersetzt hat. Da kann die Rezensentin glatt neue Kraftausdrücke lernen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2013

Lisa O'Donnell eröffnet ihren Roman "Bienensterben" mit einer ziemlich ekligen Szene, in der zwei Mädchen ihre bereits verwesenden Eltern heimlich neben dem Haus verscharren, weil sie nicht ins Heim wollen, berichtet Sylvia Staude. Marnie und Nelly sind es ohnehin gewohnt, für sich selbst zu sorgen, und dann ist da ja auch noch ihr Nachbar Lenni, der, auf das lange Fortbleiben der Eltern aufmerksam geworden, anfängt, sich um die beiden zu kümmern, erklärt die Rezensentin. Im Großen und Ganzen geht es dann um den unterschiedlichen Umgang der Mädchen mit der Vernachlässigung: Während Marnie mit ihren fünfzehn Jahren raucht, trinkt, arbeitet und mit ihrem Chef in die Kiste steigt, schafft die zwölfjährige Nelly sich eine ordentliche Welt, in der für Böses, Hässliches und Lautes kein Platz ist, fasst Staude zusammen. Besonders hat der Rezensentin gefallen, wie O'Donnell zwischen den Perspektiven von Marnie, Nelly und Lenni hin und her wechselt, was immer wieder neue Blicke auf bestimmte Ereignisse erlaube.
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