Liya Yu

Hirn statt Moral

Warum nur Neuropolitik den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichert
Cover: Hirn statt Moral
Econ Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783430212144
Gebunden, 224 Seiten, 23,99 EUR

Klappentext

"Wir brauchen eine neue Vorstellung davon, was es heißt, Mensch zu sein. Wir brauchen ein unideologisches Verständnis unseres Wesens, das bei den Gehirnzellen beginnt und interkulturelle Unterschiede und politische Einstellungen umfasst." Die Welt ist in einem Dauerkrisenzustand. Und die Demokratie scheitert immer häufiger an den Grenzen unseres Gehirns. Die kognitiven Anforderungen von Inklusion, Toleranz und Diversität überfordern uns - unabhängig von der politischen Ausrichtung. Liya Yu verbindet Neurowissenschaft, Politik und ihre persönlichen Erfahrungen aus gespaltenen Gesellschaften. Sie zeigt, wie wir mit einer neuropolitischen Strategie unsere Demokratie wieder stärken, der rechtspopulistischen Dehumanisierung Andersdenkender entgegenwirken und das Versprechen einer gerechten, inklusiven Gesellschaft einlösen können. 

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 02.05.2026

Ist es möglich und sinnvoll, Gehirne auf Liberalismus zu eichen? Rezensent Jakob Hayner findet diese Idee ziemlich absurd. Vertreten wird sie von der Philosophn Liyan Yu, die argumentiert, dass die entscheidenden politischen Weichenstellungen nicht im sozialen Raum, sondern, eben, im Gehirn stattfinden. Angelehnt an Vorarbeiten von Leor Zmigrod fordert sie dazu auf, Kognition aktiv umzupolen, um Empathie und andere liberale Tugenden zu fördern, konservatives Denken wird hingegen als Defekt betrachtet. All das deutet  auf eine Krise des Liberalismus hin, der sich inzwischen gar in Biologismus flüchtet, findet ein teils verärgerter, teils belustigter Rezensent. Dass man den aktuellen Gesellschaftsproblemen mit einer Wohlfühltherapie Marke Liyan Yu - zum Beispiel: "heilende" Balkone bauen, weiche Objekte gegenüber harten bevorzugen - beikommt, glaubt er nicht. Anderes, was die Autorin fordert, wie etwa Verzicht auf polarisierende Sprache, versteht sich für Hayner von selbst, dazu braucht es keinen kognitionswissenschaftlichen Überbau. Insgesamt lässt die Rezension wenig gute Haare an diesem Buch.

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