Nell Zink

Das Hohe Lied

Roman
Cover: Das Hohe Lied
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2020
ISBN 9783498076719
Gebunden, 512 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Tobias Schnettler. Pam, Daniel und Joe sind die wahrscheinlich schlechteste Punk-Band auf der Lower East Side. Doch dann widerfahren ihnen zwei Wunder - eine Tochter für Pam und Daniel, eine überraschende Hit-Single für Joe. Zusammen kämpfen sich die drei durch die ausgehenden Neunziger, teilen sich ihre wachsenden Erfolge, arbeiten zusammen, um Joe zum Superstar zu machen und der kleinen Flora eine glückliche Kindheit zu bescheren. Doch am 11. September 2001 fällt der terroristische Angriff auf die Stadt mit einem vernichtenden persönlichen Verlust für das Trio zusammen. Danach wächst Flora in einer stark veränderten, zunehmend gespannten politischen Großwetterlage heran. Sie beginnt sich für Umweltthemen zu engagieren und die sich weitende Kluft zwischen der politischen Klasse und dem einfachen Bürger zu überbrücken. Doch als das junge Jahrhundert mit der Kandidatur von Donald Trump eine weitere neue Bedrohung erfährt, sieht sich ihre Familie gezwungen, längst verloren geglaubte Kräfte zu mobilisieren.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 29.09.2020

Yannic Han Biao Federer hätte sich gewünscht, dass Nell Zinks Roman über driftende junge Musiker im New York der 1990er und 2000er Jahre ungefähr auf Seite 250 endet. Bis dahin unterhält ihn die Autorin fabelhaft mit kunstvoll angedeuteten Familiengeschichten, "subkulturellen Abgrenzungsmechanismen" und pointierten Insiderdialogen prall mit Bandnamen, Fanzine-Titeln etc. Was dann folgt, die Verwandlung der Protagonistin zur Öko-Aktivistin, findet der Rezensent eher lahm und uninspiriert, leider.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.09.2020

Rezensent Carsten Otte empfiehlt den neuen Roman von Nell Zink als Mix aus abwechslungsreicher Heldenreise und genauer Milieustudie des US-Musikbusiness in den späten 80er Jahren, der ab dem zweiten Drittel noch einmal eine ganz neue Wendung nimmt, hin zum Familienroman und den Lebenslügen dreier Generationen. Tempo- und pointenreich findet Otte die sich über ein Vierteljahrhundert erstreckenden Episoden, die schließlich sogar noch Trumps Präsidentschaftswahl 2016 thematisieren. Für Otte Zinks stärkster Roman, der mit genauer Figurenzeichnung, vielschichtiger Themenbehandlung und Humor überzeugt.