Lois Hechenblaikner fotografiert seit zwanzig Jahren die Fans der volkstümlichen Musikszene Österreichs und Südtirols. Dafür hat er weit mehr als einhundert Volksmusik-Feste und Open-Air-Konzerte besucht und an Fanwanderungen teilgenommen. Nicht den Musikern gilt sein Hauptaugenmerk, sondern den Menschen, die sich oft auf weite Reisen begeben und keinen Aufwand scheuen, um ihren Idolen nahe zu sein. Im Publikum der volkstümlichen Musikszene spiegelt sich eine soziale Flora, die der Soziologe Gerhard Schulze als "Harmoniemilieu" beschreibt: Die Sehnsucht nach einer heilen Welt wird zur stärksten und einzigen Triebkraft. Es geht um Geborgenheit und darum, zumindest für ein paar Stunden all den Problemen und Niederlagen des Lebens zu entkommen.
In dieser Werkserie lässt Lois Hechenblaikner mit den Möglichkeiten der Großformatfotografie eine Typologie des Publikums der volkstümlichen Musikszene entstehen. Er dokumentiert Gesichtsausdrücke, Gestik und Kleidung der verschiedenen Protagonisten, fängt reichlich skurrile Momente ein, jedoch stets, ohne die Fotografierten zu verunglimpfen. In ihrem Detailreichtum machen die Fotografien Mentalitäten sichtbar und erzählen ganze Lebensläufe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2019
Hannes Hintermeier weiß nicht, was er halten soll von den traurigen Gestalten in den Aufnahmen des Tiroler Fotografen Lois Hechenblaikner. Dass die von Hechenblaikner aufgenommenen Volksmusikfans ernst genommen werden wollen, ist ihm klar, nur fällt es ihm sichtlich schwer, auch wenn Hechenblaikner seine Porträtierten nicht denunziert, wie er schreibt. Hansi-Hinterseer Fan-Weekend, Kastelruther Spatzenfest - alles Business oder doch eine Form der Seelsorge?, fragt sich der Rezensent. Den Titel findet er übrigens irreführend. Hier geht es doch wohl eher um volkstümliche Musik, meint er.
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