Ein Roman über die Schwierigkeit, auf dem Land der Fülle des modernen Lebens zu entkommen und in Ruhe sein Gemüse zu ziehen. Und wenn sich dann zum Mann und den Kindern noch die Mutter, ein Liebhaber, ein Analytiker und Wühlmäuse in den Garten gesellen, weiß selbst die Therapeutin aus der Stadt nicht mehr weiter.
Rezensentin Katrin Schumacher freut sich über den sanften Spott, den Lola Randl über ihr Uckermark-Dorfleben ausgießt. Wenn die Autorin über kreative Städter auf Sinnsuche, erotische Eskapaden, Schafe, Gärten und DDR-Geschichte schreibt, erkennt Schumacher das große Ganze im Kleinen. Filmisch schnittig, witzig, klug und oft menschlich, allzu menschlich, überzeugt sie das Buch vor allem mit seiner freundlich gelassenen Betrachtung von Neurosen und anderen Pflanzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.04.2019
Zuerst einmal erwähnt Jörg Magenau all jene anderen Romane, die sich in den letzten Jahren mit dem Land befasst haben und zu Bestsellern geworden sind. Lola Randls Buch, so lernen wir, hebt sich von ihnen ab, weil es den eigenen - schon 2018 im Film "Von Bienen und Blumen" zum Thema gemachten - Lebensroman verbindet mit Tipps zur Gartenarbeit und allgemeinen Lebensweisheiten. Letztere haben Magenau nicht immer überzeugt, aber ihm gefällt trotzdem, wie die Autorin "Natur und menschliche Verfasstheit ins Verhältnis zueinander setzt". Auch die Beobachtungen zur Geschichte und Gesellschaftlichkeit des Dorfes - das Wichtigste hier: "Den Schein wahren" - gefallen ihm. "Lehrreich und unterhaltsam", urteilt der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.03.2019
Nicht recht klar wird aus Verena Auffermanns Rezension, wie das zusammengehen kann: die satirische Beschreibung zeitgeistiger Phänomene wie Landlust, Bienenzucht und Achtsamkeit und zugleich die Vermittlung von Fachwissen über Garten und Gemüse. Wie auch immer, die Rezensentin ist angetan, nicht zuletzt von Randls zwischen liebevollem Spott und schonungsloser Ironie changierendem Erzählton. Die Autorin, mit der Ich-Erzählerin offenbar weitgehend identisch, beschreibt treffend die Selbstfindungsneurosen moderner Großstädter oder das Zusammenleben von Alteingesessenen und Hinzugezogenen auf dem Lande, fasst Auffermann zusammen und begreift, dass es sich bei der Stadtflucht in erster Linie um "eine Flucht vor sich selbst" handelt.
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