Lorette Nobecourt

Gespräch mit Anna

Roman
Cover: Gespräch mit Anna
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2001
ISBN 9783935890021
Gebunden, 159 Seiten, 17,50 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Irene und Anna lernen sich in einem Pariser Cafe kennen. Vom Alkohol enthemmt, legt Irene eine ebenso mitreißende wie beeindruckende Lebensbeichte ab: Sie erzählt von ihren zahlreichen Männerbeziehungen, ihrem Haß auf die Gesellschaft, ihren täglichen Anstrengungen, dem Leben einen Sinn abzuringen. Und immer wieder kommt sie auf einen jungen Mann zu sprechen, der Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.04.2002

Während es für die Beichte in der Kirche ein natürliches Zeitlimit gibt, unterliegt die Literatur zum Leidwesen des Rezensenten Martin Krumbholz keinen derartigen Beschränkungen. Zumindest bei Lorette Nobecourts Roman "Gespräch mit Anna" hielte der Rezensent dies für angebracht, denn hier wird vor allem eines: "ohne einen Blick auf die Uhr schwadroniert, räsoniert oder schlicht gequasselt". Und das geht dem Rezensenten gehörig auf die Nerven. Schon wieder eine "eine der wichtigsten Stimmen der jungen französischen Literatur"! Schon wieder Banales über das Leben, die Mutterschaft, den Geschlechterkampf und den Sex, alles gemixt zu einem ungenießbaren Cocktail! Als die Ich-Erzählerin auf Seite 44 beginnt, von ihrem Geheimnissen zu reden, langt sich der Rezensent nur noch an den Kopf: "Wenn es in dieser quicken Bekenntnisprosa doch nur ein einziges Geheimnis gäbe!", seufzt er. Stattdessen nur Gequatsche ohne jeden Anflug von Witz, Esprit oder Charme. Für so eine Beichte gibt's vom Rezensenten naturgemäß: "keine Absolution".
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