Der Pastorensohn Engelbert Kaempfer aus Lemgo erlebte zwischen 1683 und 1693 die halbe Welt. In diplomatischem schwedischem und dann als Arzt in holländischem Dienst lernte er Russland, Persien, Südindien, Java, Siam, Japan sowie Südafrika kennen. Er kehrte heim mit einem großen Schatz, seinen Forschungsergebnissen. Bedeutung erlangte Kaempfer durch das nach seinem Tode in London gedruckte Japan-Werk. Er selbst konnte nur eines der vier geplanten Bücher veröffentlichen - die "Amoenitates exoticae", exotische Köstlichkeiten, 1712 in Lemgo. Auf fast tausend Seiten mit beinahe hundert Abbildungen zeugt das Werk von seiner Gelehrtheit und seinen vielfältigen Interessen. Das vorliegende Buch bietet im ersten Teil als Annäherung an die in anspruchsvollem Latein geschriebenen Amoenitates mit vierzig der Abbildungen eine Einführung in Kaempfers Forschungen und sein Leben. Im zweiten Teil werden die Vorgeschichte des Werkes, einige seiner Besonderheiten und ein Überblick über dessen frühe Wirkung dargestellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.04.2013
Ludger Lütkehaus begrüßt Lothar Weiß' Buch über den frühaufklärerischen Asienforscher Engelbert Kaempfer (1651-1716) und dessen Werk "Amoenitates exoticae". Eingehend berichtet er über die "Amoenitates exoticae", die "exotischen Köstlichkeiten", ein über tausend Seiten umfassendes Werk von Kaempfer, das 1712 in Lemgo in der lateinischen Erstausgabe erschienen war und derzeit ins Deutsche übersetzt wird. Besonders hebt er die Arbeiten über Japan hervor, mit denen Kaempfer damals berühmt wurde. Die nun vorliegende Annäherung an dieses monumentale Werk, in dem Kaempfer zehn Jahre Asienforschung verarbeitet hat, wertet Lütkehaus als sehr ertragreich. Überhaupt zeigt er sich erfreut über die Wiederentdeckung Kaempfers, dessen kosmopolitischer Universalismus, Freiheit von Ideologie und Einfühlungsfähigkeit in fremde Kulturen ihn tief beeindruckt haben.
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