Lou Osborn, Dimitri Zufferey

Die Söldner des Kremls

Wagner und Russlands neue Geheimarmeen
Cover: Die Söldner des Kremls
C.H. Beck Verlag, München 2024
ISBN 9783406814150
Gebunden, 352 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ulla Held und Elsbeth Ranke. Von der Wagner-Gruppe zum Afrikakorps: Russlands unheimliches Söldnerheer Nach dem Tod ihres aufrührerischen Anführers Jewgeni Prigoschin wurde die berüchtigte Wagner-Gruppe den russischen Geheimdiensten unterstellt und umgebaut. Doch die Söldner des Kremls operieren weiterhin verdeckt auf den Schlachtfeldern dieser Welt und begehen Menschenrechtsverbrechen in großem Stil: in der Ukraine, in Afrika und im Mittleren Osten. Lou Osborn und Dimitri Zufferey verfolgen ihre Spuren und kommen zu dem Schluss: Russlands Schattenkrieger sind aktiver denn je. Seit vielen Jahren operieren russische Paramilitärs weltweit im Auftrag des Kremls. Sie sind moderne Söldner, denen in Wladimir Putins Strategie der Destabilisierung des Westens eine zentrale Rolle zukommt. Die Mitglieder des internationalen Recherchekollektivs "All Eyes On Wagner" haben sich seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 auf die Jagd nach Prigoschin und seinen Männern in der ganzen Welt gemacht und deren globale Missionen nach dem Aufstand und Tod des Wagner-Chefs weiter analysiert: Welche Rolle spielen heute die Geheimdienste FSB und GRU bei der Steuerung des russischen Söldnerheers? Um zu verstehen, warum Russlands Schattenkrieger für Putin und seine Getreuen weiter so wichtig sind, gehen die Autoren auch bis zu den Ursprüngen der Wagner-Gruppe zurück, um deren Ideologie, Methoden und unübersichtliche Strukturen aufzudecken.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2025

"Was bleibt von Wagner?", hat sich Rezensent Thomas Speckmann gefragt und die Antwort in dem Buch gefunden, das die beiden Journalisten Lou Osborn und Dimitri Zufferey geschrieben haben. Nach dem Tod des Chefs Jewgeni Prigoschin im August 2023 bildet sich zunehmend eine Art zweite Generation aus, auch wenn ihr genauer Aufbau weiter unbekannt bleibt, aber es zeigt sich in den Informationen, die Osborn und Zufferey konsultiert haben, dass die Söldnertruppe in Afrika sehr aktiv ist, unter anderem unter dem Namen Africa Corps. Es geht darum, so Speckmann, den russischen Einfluss in Afrika groß zu halten, aber auch, mit der Aufsplittung von Wagner in verschiedene kleinere Abteilungen zu verhindern, dass einer ihrer Anführer Putin gefährlich wird. Die "Geheimarmeen Putins" erscheinen für den Kritiker dank des Buches als wohl eines der erfolgreichsten Projekte Russlands, wie er schließt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 03.12.2024

Die düstere Faszination des Themas kommt schon in Thekla Dannenbergs Besprechung rüber. Ausführlich gibt die Rezensentin einige Informationen über das Söldnerwesen weiter, und schon im Lauf der Rezension lernt man einiges darüber, wie etwa Putins Wagner-Truppe funktioniert hat: Das Geschäftsmodell ist einfach. Man bietet sich einem korrupten Herrscher an, die Bodenschätze zu des Landes zu schützen. Dafür bekommt man einen Anteil der Einnahmen. Auf 2,5 Milliarden Euro beziffert Dannenberg mit den Autoren des Bandes die Gewinne der Wagner-Truppe, die nach Wagners irrer Rebellion gegen seinen Boss jetzt übrigens unter Russlands Diensten neu aufgeteilt wird. Die Autoren des Bandes recherchieren akribisch, so die Rezensentin, sie arbeiten dabei, ähnlich wie der bekannte Dienst Bellingcat nach dem Prinzip der "Open Source Intelligence" (OSINT), beziehen sich also im wesentlichen auf Quellen, die öffentlich im Netz zu finden sind - auch wenn ihnen bestimmte Dokumente zugespielt wurden. Manchmal geht Dannenberg vor lauter Details der große Erzählfaden des Buchs verloren, aber allein für seinen Informationsreichtum und für das Vorwort des bekannten Journalisten Pierre Haski kann sie den Band dringend empfehlen.

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