Deckname: Bird

Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN
9783518474945
Kartoniert, 390 Seiten, 18
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Astrid Arz. Heather Berriman, genannt Bird, arbeitet für eine allen britischen Geheimdiensten zugeordneten Abteilung, die sich um Maulwürfe und Korruption in den Diensten kümmern soll. Während einer Besprechung erkennt sie, dass sie selbst unter Verdacht geraten ist, und da sie aus langjähriger Erfahrung weiß, wie es läuft, setzt sie sich innerhalb von 30 Sekunden ab und flieht, um die Möglichkeit zu haben, sich von dem Verdacht reinzuwaschen. Keine leichte Aufgabe, selbst für einen Top-Profi wie sie. Sie muss alle Register ihres Könnens und ihrer Verkleidungskunst ziehen, denn auch ein Killer ist hinter ihr her. Und wer weiß, wer noch alles? Ihre Flucht führt sie durch grandiose Landschaften in Schottland, Norwegen und schließlich Island. Ihr Privatleben liegt in Trümmern. Die Intrige aber, der sie zum Opfer gefallen ist, ist weit größer, als sie es sich hätte ausmalen können ...
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
Info)
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.08.2025
Rezensentin Sonja Hartl empfindet Louise Doughtys "very slow burner" als eine angenehme Abwechslung zum üblichen actiongeladenen, rasant erzählten Kriminalroman. In "Deckname: Bird" ist die dennoch durchaus rasante Handlung durch Doughtys abgeklärten, sachlichen Ton soweit herunter gekühlt, dass alle Bewegungen in Zeitlupe stattzufinden scheinen, erklärt Hartl. In Zeitlupe erkennt die interne Ermittlerin Heather, dass sie selbst verdächtigt wird, in Zeitlupe begibt sie sich auf die Flucht, reist gen Norden, durch Landschaften, die ebenso frisch und kühl sind, wie ihr Ton. Doch gerade diese Langsamkeit ermöglicht es, sich ganz auf die Details zu konzentrieren. Und die sind hier das Entscheidende. Weder das Finale, noch Heathers Erkenntnisse in Bezug auf ihre gefährliche Lage sind besonders überraschend, findet Hartl. Es ist die Klarheit, die Präzision, mit der sie sich selbst, ihre Psyche, ihre Schwächen analysiert, die diesen Roman zu einem "burner" machen, so die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2025
Rezensent Hannes Hintermeier liest in Louise Doughtys neuem Roman von Heather, genannt Bird, Ende 40, Geheimagentin, deren Leben sich von einem Tag auf den anderen schlagartig ändert. Schon ihr Vater war Geheimagent, die Erinnerungen an ihn durchziehen den Roman, erfahren wir, nun muss sie das Land verlassen, weil jemand hinter ihr her ist - es ergibt sich eine spannende Mischung aus Psychothriller, Gesellschaftsbeschreibungen und Nature Writing. Bis nach Island muss Bird fliehen, verrät Hintermeier, doch nicht alles, was passiert, wird den Lesern erklärt - einen lückenlosen "Pageturner" liefert die Autorin hier also nicht, vieles bleibt offen. Laut Hintermeier ist das aber nicht unbedingt eine Schwäche: Ihm gefällt, dass die Handlung zum Sinnieren über die Frage einlädt, was man selbst in einer solchen Situation machen würde.