Louise Erdrich

Solange du lebst

Roman
Cover: Solange du lebst
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783458174264
Gebunden, 396 Seiten, 22,80 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Chris Hirte. Beim letzten Schuss klemmte das Gewehr. Das Kind stand in seinem Bettchen, weinend, ans Gitter geklammert. Um nachzuschauen, warum das Gewehr streikte, setzte sich der Mann in einen Sessel und nahm es auseinander. Das Weinen ging ihm auf die Nerven. Er legte das Gewehr hin und hielt Ausschau nach einem Hammer... Pluto, North Dakota, eine Stadt am Rande des Chippewa-Reservats. Indianer oder Einwanderer, alle sind hier miteinander verbunden, durch Arbeit, Liebe, Freundschaft, Blutsbande - und durch die schwere Hypothek einer gemeinsamen Geschichte. Wie ein dunkler Schatten liegt die Erinnerung an eine Bluttat, begangen 1911 an einer weißen Siedlerfamilie, und deren brutale Vergeltung, verübt an vier unschuldigen Indianern, auf den Menschen. Wie gehen die Buckendorfs und Wildstrands, Nachkommen der weißen Täter, mit der Schuld ihrer Väter um? Findet Sister Mary Anita Buckendorf Erlösung im Kloster? Warum erschrickt der Indianer Mooshum zu Tode, als seine Enkelin Evelina die Schuhe von "Holy Track" von einem Besuch bei Sister Mary Anita mit nach Hause bringt? Atemlos lauscht Evelina den Berichten ihres Großvaters Mooshum, des großen Geschichtenerzählers und Legendenbewahrers.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2009

In einem Städtchen mit Namen "Pluto" spielt dieser jüngste Roman von Louise Erdrich, der Tobias Döring ziemlich begeistert. Zwar merke man dem Buch an, dass es aus verschiedenen, zuvor separat veröffentlichten Kurzgeschichten zusammengesetzt ist. Wie Erdrich diese aber in der Spiegelung von Motiven in- und gegeneinander zu montieren verstehe, das macht, findet er, ihre große Kunst gerade aus. Im eigentlichen Plot geht es um eine Jahrzehnte zurückliegende Geschichte, bei der Indianer unschuldig gelyncht wurden. Dazwischen aber werden viele unspektakuläre Momente und Motive geschoben, so dass ein sehr überzeugendes Porträt der Kleinstadt und ihrer Bewohner entsteht. Und weil Erdrich viele Register zieht, sich auf "Witz und Poesie, Lakonie und Pathos" gleichermaßen versteht, kommt, da ist sich Döring sicher, bei diesem Roman eigentlich jeder auf seine Kosten.
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