Aus dem Amerikanischen von Christoph Renfer. In Fools Crow schildert James Welch fesselnd das Leben und das Schicksal seiner eigenen Vorfahren aus dem Stamm der Blackfeet. Ein Roman, der ganz aus der Sichtweise und dem Denken der Indianer erzählt ist, der ihre Bräuche und ihre Spiritualität unmittelbar lebendig werden lässt.
Was ist das jetzt: Ein Western, ein Indianerroman? Reinhard Osteroth will sich da lieber nicht festlegen. Unsere vom Genre geprägten Bilder verlöschen nach und nach zwischen den Zeilen, schreibt er, derart konsequent schildert der Autor (selbst ein Blackfoot-Indianer) Leben und Schicksal der Blackfeet um 1870 in Monatana aus indianischer Perspektive. Mythen und Träume schmücken den "historischen Roman", den Osteroth zugleich als Epitaph liest auf indianische Welten. Hilfreich bei all der Authentizität, mit der hier Atmosphäre - für den Rezensenten überhaupt das Wichtigste an diesem Buch - erzeugt wird, ist ein Glossar im Anhang. So geht dieser Tripp ins Reich der Blackfeet "ohne einen Anflug flitternder Exotik" vonstatten. Selbst die Bedrohung dieser Welt durch die Weißen wird mit großer Zurückhaltung geschildert. Gerade sie aber, findet Osteroth, macht das ganze Ausmaß der Bedrohung spürbar.
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