Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2002
Das Gegenstück zu Musils "Mann ohne Eigenschaften" sieht Samuel Moser in Lucas Cejpeks Roman "Keine Namen": da gebe es nämliche jede Menge Eigenschaften, aber ohne den passenden Mann dazu. So viele Eigenschaften könne nämlich niemand haben. Eine verwirrende Sache also. Und so richtig geht aus Mosers Rezension auch nicht hervor, ob er diese Verwirrung schätzt oder nicht. Ein Mann wird von einer Journalistin interviewt, und dieser redet alles klein, bis nichts mehr zuzuordnen ist, nichts mehr passt. Informationen seien sein Geschäft, heißt es, der Mann ein Geheimnisträger, vielleicht. Alles ist Fälschung und Wahrheit und Versteck zugleich, und wo "es nur Hüllen gibt, gibt es nichts zu enthüllen"; schreibt Moser. Noch ein Literaturvergleich fällt ihm zum Schluss ein: Flauberts "Buch über nichts", das nie entstanden ist, jetzt jedoch in einer neuen, zeitgemäßeren Variante vorliegt und im übrigen aus Österreich kommt.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…