Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2002
Der touristische Ausverkauf von Landschaft und Bewohnen des Alpenlandes sorgte schon im 19. Jahrhundert für Unmut unter Österreichs Schriftstellern, weiß der mit "czz" zeichnende Rezensent nach der Lektüre von Wolgang Straubs Untersuchung über "Literatur und Fremdenverkehr in Österreich". Darin widmet sich Straub eingehend der kritischen und "Anti-Heimatliteratur" von Bachmann, Bernhard, Jandl bis zu Jelinek, berichtet der Rezensent. Er hebt insbesondere den "hohen Differenzierungswillen" des Germanisten hervor. Straubs zielstrebiger, methodisch reflektierter Marsch durch einhundert Jahre Alpinliteratur sei als diachrone Route von hoher Plausibilität, lobt der Rezensent. Was ihm nach Ansicht des Rezensenten allerdings fehlt - einziges Manko des Buches - ist eine Definition des Gegenstücks zur "Anti-Heimatliteratur", der "Heimatdichtung".
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