Ausgehend von der Beobachtung, dass die französische Revolution auf Straßen und Plätzen stattgefunden hat, die noch keine 100 Jahre alt waren und dass sich die revolutionären Massen ohne diese öffentlichen Räume nicht hätten formieren können, beschreibt Ludger Schwarte die performative Kraft der Architektur, um zugleich das Bild der Architektur als Disziplinierungsinstrument, wie es Michel Foucault gezeichnet hat, zu korrigieren wie auch die Vorstellung, Architektur sei als Umweltgestaltung, als Entwurf und Ausführung Inbegriff des Könnens. Nicht zuletzt die Analyse öffentlicher Räume erfordert eine Neubestimmung des Architekturbegriffs am Schnittpunkt von Ontologie, politischer Philosophie und Ästhetik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.07.2010
Thomas Steinfeld wundert sich, dass es eine Philosophie der Architektur noch nicht gibt. Wenn der Band von Ludger Schwarte entsprechend hochfahrend und zugleich in weiten Teilen kursorisch daherkommt, erscheint ihm das hingegen folgerichtig. Andauernd bringe die Lektüre neue Fragen ans Licht: Was ist ein Raum? Aber lieber nimmt sich der Rezensent den Mittelteil des Buches vor. Hier gehe es bestimmter und lehrreicher zu. Etwa bei einer Typologie des Baus im öffentlichem Raum: Platz, Friedhof, Bordell. Dass sie allesamt Ausdruck und Instanz philosophischer Ideen zum menschlichen Miteinander sind, lernt der Rezensent in diesem Buch.
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