Ludo de Witte

Regierungsauftrag Mord

Der Tod Lumumbas und die Kongo-Krise
Cover: Regierungsauftrag Mord
Forum Verlag, Leipzig 2001
ISBN 9783931801090
Broschiert, 311 Seiten, 21,37 EUR

Klappentext

In der Nacht zum 17. Januar 1961 wird Patrice Lumumba, erster und bis heute einziger demokratisch gewählter Ministerpräsident der gerade unabhängig gewordenen Republik Kongo, ermordet. Die Täter hat Ludo De Witte fast vier Jahrzehnte später ermittelt. Seine Recherchen in den Archiven des belgischen Außenministeriums und der Vereinten Nationen führen zur Brüsseler Regierung. Das zentralafrikanische Terrain ist neben Kuba und Mauerbau von größter Bedeutung für die Schlachtordnung im Kalten Krieg. Der Friedensgarant UN versagt bei der Wahrung der Neutralität. Zwischen diesen Fronten versucht Lumumba in kaum drei Monaten Amtszeit, für den Kongo Einigkeit nach innen und Unabhängigkeit nach außen herzustellen. Die von Ludo De Witte gesammelten Fakten haben das belgische Parlament zur Einsetzung eines Untersuchungsausschusses veranlasst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.01.2002

Die politische Karriere von Patrice Lumumba war von kurzer Dauer. Gerade drei Monate verweilte er als Premierminister Kongos im Amt, als er 1961 brutal ermordet wurde. Die Umstände seines Todes hat der belgische Soziologe Ludo De Witte detailliert untersucht und 1999 seine Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt, berichtet Andreas Eckert. Und die werfen kein gutes Licht auf die westliche Welt. Dass der CIA in die Ermordung des Staatsmannes verwickelt war, sei ja hinlänglich bekannt, weiß der Rezensent, aber die Mitverantwortung Belgiens sei bisher nicht so deutlich herausgearbeitet worden. Die Lektüre sei zwar fesselnd, lobt der Rezensent, trage aber auch zur Mythen- und Legendenbildung über Lumumba bei. Die Arbeit De Wittes sei verdienstvoll, aber auch streckenweise oberflächlich, etwa seine Analysen über den Kalten Krieg, die politische Ethnizität im Kongo und die Rolle der UN. Aber, informiert Eckert, das Buch De Wittes hatte Folgen. Nach der Publikation untersuchte eine Kommission des belgischen Parlaments die Umstände des Politmords, und immerhin gestand sie dann eine moralische Mitschuld Belgiens ein, so der Rezensent.

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