Mixtvision Verlag, München 2026
ISBN
9783958542549 Kartoniert, 112 Seiten, 14,00
EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Nadine Püschel. Was ist, wenn man der Welt nicht mehr begegnen will, nicht mehr kann, aber gar nicht weiß, wie das plötzlich gekommen ist? Dem 16-jährigen Ich-Erzähler ergeht es so, und er spürt alle Augen auf sich. Seine Eltern, seine besten Freunde, seine Therapeutin - sie warten. Darauf, dass er den ersten Schritt zurück in sein altes, "normales" Leben macht. Nur eine Laune? Depressionen? Oder simuliert der Teenager, um nicht in die Schule zu müssen? Der junge Erzähler muss sich vielen Fragen stellen, aber seine eigenen sind die drängendsten. "Was da draußen macht meinem Körper solche Angst?" Stück für Stück findet er Hilfe und Antworten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.02.2026
Was es wirklich bedeutet, als jugendlicher Mensch mit einer Angststörung zu leben, das macht Ludovic Lecomte in seinem Jugendroman-Debüt nicht nur theoretisch verständlich, sondern auch emotional nachvollziehbar, lobt Rezensentin Dina Netz. So anschaulich, so eindringlich lässt er seinen 16-jährigen Erzähler von seinen Erfahrungen in den "Hundertsiebenundachtzig Tagen" berichten, in denen er das Haus nicht mehr verlassen hat, dass der Rezensentin beim Lesen selbst manchmal "der Atem stockt", wie dem Protagonisten, wenn die Angst mal wieder kommt. Kurzatmigkeit, Schweißausbrüche, Druckgefühl - das sind nur einige der physischen und psychischen Symptome, die Lecomte klar und präzise beschreibt und auch sprachlich abbildet: Ist der Erzähler entspannt, wirken die Sätze locker, fließend. In der Panik jedoch ziehen sie sich zusammen, verkrampfen sich zu knappen Halbsätzen oder Stichworten, lesen wir. So gelingt es dem französischen Autor literarisch zu vermitteln, wie es sich anfühlt, wenn die Angst die Kontrolle übernimmt. Ein äußerst realistischer, einfühlsamer und psychologisch versierter Roman über das Leben mit Angststörung und damit auch ein wichtiger Beitrag zu aktuellen Diskursen über die zunehmenden psychische Leiden bei Jugendlichen, so die Rezensentin.
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