Aus dem Norwegischen von Maike Dörries. Mikke steht kurz vor dem Abitur. Nach außen wirkt er wie ein ganz normaler Teenager. Er hat eine Freundin, engagiert sich für die vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten und kümmert sich aufopfernd um Sverre, der am Down-Syndrom leidet. Doch was wirklich in Mikke vorgeht, ahnt niemand in seinem Umfeld. Er zieht sich immer mehr zurück. Bis er keinen Ausweg mehr sieht ... In kurzen Gedanken- und Gefühlsfragmenten schreibt die mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete Norwegerin Marit Kaldhol über einen Jungen, seine Depression und die Reaktionen seines Umfelds.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.02.2013
Roswitha Budeus-Budde gefällt das Einfühlungsvermögen, mit dem Marit Kaldhol in "Allein unter Schildkröten" den Rückzug und Suizid von Mikka und die Reaktionen seiner Familie beschreibt. Der 19-jährige empfindet die globale Umweltzerstörung tief nach und identifiziert sich so sehr mit bedrohten Meeresschildkröten, dass er vor lauter Einsamkeit den letzten Entschluss fasst. Der Rezensentin gefällt die "lyrisch verknappte" Sprache, weil sie zum Ausdruck bringt, dass man angesichts des Todes an das Ende der Worte stößt. Es sind "verstörende Sätze" in denen sich die Tragödie eher andeutungsweise entfaltet. Budeus-Budde schätzt, dass es nicht zu Schuldzuweisungen kommt, sondern bei Beschreibungen von Gefühlen bleibt, und rät, den Roman im Schulunterricht nicht zu übersehen.
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