Ludwig Fels erzählt die Geschichte des Schlagertexters Krum Kelding, der mit der Trivialisierung der Liebe seit Jahr und Tag gutes Geld verdient. Die große Liebe zu seiner Frau Edna hingegen zehrt fast nur noch von Erinnerungen. Da meldet sich unversehens Saalha bei ihm, eine frühe Geliebte aus Südamerika, die er vor vielen Jahren verlassen hat. Jetzt muß sie aus ihrem Land fliehen. Krum eilt ihr zu Hilfe. Was er erlebt, stellt alle Wertvorstellungen, auf die er sein Leben mit Edna gegründet hatte, auf den Kopf.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2003
Ein bisschen unangenehm findet Franz Haas diesen neuen Roman von Ludwig Fels, ein Schriftsteller, der als Hilfsarbeiter angefangen hat, wie Haas erklärt. Fels interessieren "starke Gefühle", schreibt Haas. Es geht um einen Schlagertexter, der an der Welt leidet - seine Frau hat einen Liebhaber, täglich vergällen einem die Nachrichten mit ihren Berichten von Krieg und Tod das Leben. Angesichts der gerade in diesem Buch demonstrativen "Macht der Gefühle" fühlt Haas sich bisweilen verprellt: man "kann sich in diesem Roman vorkommen wie in einem jener Supermärkte mit lautstarker Zwangsmusik von der ganz aufdringlichen Sorte". Dazu kommt im zweiten Teil des Buches eine Kulisse, die der Rezensent als "exotische Hölle" bezeichnet. Der Held reist in ein fernes, von einem Diktator gequältes Land, um eine Freundin vor einem schlimmen Schicksal zu bewahren. Vor diesem Hintergrund bremst gar nichts mehr die "grellen Töne" des Autors, so Haas. Er jedenfalls war erleichtert, als das Buch endlich zu Ende war.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2003
Dieser Roman, in dem ein Schlagertexter aus seinem unglücklichen Eheleben ausbricht, um in Afrika seine frühere Liebe zu suchen, ist die Darstellung einer "symbolischen Selbstverbannung", stellt Alexander Kissler fest. Er erkennt eine deutliche Ähnlichkeit der Hauptfigur Krum Kelding mit anderen Protagonisten des Autors, nicht zuletzt wegen seines Hangs zu Alkohol und "Fäkalsprache" und auch er hat "das Beste schon hinter sich", befindet der Rezensent. Er erkennt im Helden die "Avantgarde derer", die aus ihrer privaten Misere den "Trugschluss ziehen" sie seien dazu auserkoren, die "Welt zu erlösen". Wie auch in den anderen Werken Fels', so Kissler kritisch, liegen in dem Buch "Kitsch und Poesie, Mythos und Trash" nahe zusammen. Doch irgendwie ist er auch ziemlich beeindruckt vom "Mut" des Autors "zum Pathos" und er lobt die "Beharrlichkeit", mit der der Autor in seinen Büchern immer wieder die Frage, wie richtig zu leben sei, stellt.
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