Ludwig Lugmeier wollte schon als Kind der neu aufkommenden deutschen Biederkeit entfliehen. Als er mit fünfzehn ins Gefängnis kam, hatte er sein Ziel zum ersten Mal erreicht. Mit Überfällen auf Geldtransporte erwarb er sich schon bald einen Ruf. Knapp 30 Jahre nach dem legendären Fenstersprung aus dem Frankfurter Gerichtsaals während eines Prozesses, erzählt Lugmeier nun seine Lebensgeschichte: in rasanten Wechseln von Angriff und Flucht, Überfluss und Armut, Gefängniszellen und dem Triumph der Freiheit.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 26.11.2005
Rezensent Jörg Sundermeier ist froh, dass Ludwig Lugmeier seine kriminelle Karriere beendet und sich stattdessen dem Schriftstellertum zugewandt hat: das Ergebnis ist nämlich ein richtiges "literarisches Ereignis". Der Autor, der einst zwei Geldtransporte überfallen hat und sich einmal sogar durch einen beherzten Sprung durchs Fenster einem Gerichtsprozess entzog, hat nun seine Autobiografie vorgelegt. Der Leser ist bei der ersten Verhaftung dabei, erfährt viel über die Kindheit Lugmeiers, dessen Wunsch, Mafioso zu werden oder sonst irgendwie Abenteuer zu erleben und seinen Entschluss, nach der letzten Haft "endlich wieder jemand zu sein." Zwar dürfe man nicht jede Einzelheit im Buch für bare Münze nehmen, denn als Schriftsteller "formt und organisiert Lugmeier sein Material". Doch zeigt er sich "mitnichten als rundum sympathischer Held", woraus der Kritiker wohlwollend auf eine gewisse Ehrlichkeit schließt. Angetan ist er auch von der Sprache des Autors, die sich wie im Roman "Wo der Hund begraben ist" durch jede Menge Gefühl auszeichnet. Die Spannung kommt dabei nicht zu kurz, denn Lugmeier verstehe sich darauf, den Leser zu fesseln: "Atemlos hetzt man mit ihm von Flucht zu Flucht."
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