Wir brauchen die Polizei - aber nicht diese, sagt Kriminalhauptkommissar Oliver von Dobrowolski. Rechtsextreme Chatgruppen, rassistisches Verhalten, Gewalt und Diskriminierungen innerhalb der Polizei kennt er nur zu gut aus seinem Berufsalltag. Zu oft führt die Polizei unbeobachtet ihr Eigenleben und kann der Gesellschaft großen Schaden zufügen. Von Dobrowolskis Ziel: Wir brauchen eine Polizei, der alle vertrauen können - unabhängig von ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht oder ihrer Religion! Mutig spricht er nicht nur die Probleme der Polizei an, er sagt auch ganz konkret, was sich ändern muss. Dass er deshalb aus eigenen Reihen immer wieder beschimpft und bedroht wird, ist ihm egal. Er kämpft weiter für eine andere, eine bessere Polizei - die wieder die Menschen in unserer Gesellschaft und deren Rechte schützt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2022
Rezensentin Katharina Iskandar überzeugt, dass der Polizeikritiker Oliver von Dobrowolski in seinem Buch über die Schwachstellen der Polizei nach Lösungen für ein außer Kontrolle geratenes System sucht. Homophobie, Rassismus, Frauenfeindlichkeit etc., der Autor bringt es auf den Punkt, meint die Rezensentin. Allerdings spricht er vor allem aus eigener Erfahrung als langjähriger Kriminalhauptkommissar und Ex-Vorsitzender der Berufsvereinigung Polizei Grün und nicht als Kenner der Statistiken, relativiert Iskandar ihre Begeisterung. Das so entstehende Bild der Polizei findet Iskandar jedenfalls erschreckend.
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