Herausgegeben von Rafael Arnold. Auch wenn sich in Kürze der Geburtstag Luís de Camões , des bedeutendsten portugiesischen Dichters, zum 500. Male jähren wird, ist sein umfangreiches Werk hierzulande noch immer recht unbekannt. Während kein Portugal-Reisender an den Dichterstatuen vorbeikommt, gibt es in Deutschland, wo seine Rezeption bereits im 18. Jahrhundert begann und im 19. zu größter Blüte kam, nicht einmal eine nach ihm benannte Straße. Wenn man sich überhaupt noch an ihn erinnert, dann vor allem wegen seines Epos Die Lusiaden , das heute zum Kanon der Weltliteratur gezählt wird. Dabei stieß sein Werk in der deutschen Romantik auf ideale Bedingungen: Heinrich Scherer nannte Camões bereits 1710 einen ausgezeichneten Dichter , die Gebrüder Schlegel, Emanuel Geibel, August von Platen u. a. rühmten seine Lyrik und übersetzten sie begeistert, was den portugiesischen Kunsthistoriker Joaquim de Vasconcelos noch vor dem Erscheinen der ersten deutschen Werkausgabe darauf hoffen ließ, dass die Apotheose des Camões von Deutschland ausgehen würde. Die hier versammelten Gedichte stammen aus vier Jahrhunderten und geben Einblicke in die sich verändernde deutsche Camões-Rezeption, die auch eine Übersetzung in schwäbische Mundart aufweisen kann. Unter den zeitgenössischen Übersetzern finden sich neben der Stimme Hans-Joachim Schaeffers auch die von Maralde Meyer-Minnemann, Christian Filips, Andrej Jendrusch und die des Herausgebers Rafael Arnold.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.08.2014
Die Gedichte des portugiesischen Nationaldichters Luís de Camões liegen jetzt in der großartigen Ausgabe "Com que voz? Mit welcher Stimme?" auf Deutsch vor, freut sich Arno Widmann, der dankbar ist, dass das Original mitabgedruckt ist, denn die verschiedenen Übersetzungen - mithin sind es zehn Varianten, verrät der Rezensent - kommen ihm oft zu "grammatisch" vor. Widmann empfiehlt, sich eine gesungene Fassung anzusehen, um einen Eindruck vom Klang des Originals zu bekommen, von all dem, was in der Übertragung allzu leicht verloren geht. Was den Rezensenten fasziniert: kaum ein Gott verirrt sich in die Gedichte Camões', kaum ein Name aus der Mythologie. Es geht um Liebe und Verlust und Tod, um große Themen also, aber er bezieht sein Material nicht aus Büchern, sondern aus persönlichem Erleben, was seine Gedichte eigentümlich zeitlos macht, erklärt Widmann.
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