Exklusivität durch Offenheit.
Auf den internationalen Finanzmärkten hat sich eine neue globale Klasse gebildet. Dieses Buch zeigt am Beispiel der Finanzzentren Frankfurt am Main und Sydney, wie in der Finanzklasse gemeinsame Formen ökonomischen, kulturellen und sozialen Kapitals entstehen. Typisch für den Habitus dieser Finanzklasse ist neben den üblichen Statussymbolen ein demonstrativer Gestus von kultureller Offenheit, Diversität, Weltläufigkeit und Toleranz, in dem sich eine kosmopolitische Selbstdarstellung mit ökonomischen Interessen verbindet. Ein neuer Modus sozialer Grenzziehung wird sichtbar, der paradox erscheint: Exklusivität durch Einschluss, Abschottung durch Öffnung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2018
Thomas Thiel bekommt ein "klares", "fassbares" Bild der "Finanzklasse" mit dem Band der Soziologen Sighard Neckel, Lukas Hofstätter und Martin Hohmann. Dass die Einheit der Banker über Lebensstil und Werte definiert wird, ob der Blick nach Frankfurt oder Sydney geht, weisen die Autoren laut Thiel anhand von Gesprächen mit 42 Investmentbankern unterschiedlicher "wirtschaftspolitischer Traditionen" nach. Die Marktorientierung der Befragten, ihr Opportunismus und ihr Mangel an wahrer Internationalität werden für den Rezensenten gleichfalls deutlich. Dass die Lektüre lauter Klischees als nur allzu wahr erweist, überrascht Thiel nicht sehr.
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