dtv, München 2026
ISBN
9783423285162 Gebunden, 480 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührentner, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel. Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten - vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen einer Stasi-Zentrale bis zum Abrackern auf westdeutschen Baustellen.
Rezensent Jakob Hayner liest Lukas Rietzschels neuen Roman mit Geduld. Das ist laut Hayner auch nötig, weil das Buch wie ein Puzzle funktioniert: Das Gesamtbild wird erst langsam sichtbar, meint er. Die beiden Erzählstränge, einer beginnend in den 1970ern im protestantischen Milieu einer sächsischen Kleinstadt, der andere beginnend im Corona-Winter, bestechen laut Hayner u.a. durch Rietzschels nüchternen Ton. Aber auch dadurch, dass sie sich nicht herunterbrechen lassen auf eine soziologische These, meint Hayner anerkennend.
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