Fotos von Fabian Schellhorn. Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit war das eigene Gesicht so allgegenwärtig wie heute. Ob auf Fotografien, in Filmaufnahmen, Videochats oder im Spiegel - ständig sehen wir uns selbst. Doch was macht das mit uns? Lebten unsere Vorfahren, die viel seltener mit dem eigenen Abbild konfrontiert waren, vielleicht unbefangener? Hilft die pausenlose Selbstbegegnung bei der Selbsterkenntnis? Das Gesicht als Bühne der Seele - gilt das noch im Zeitalter der ständigen Selbstoptimierung? Auf diese Fragen antworten 19 prominente und nichtprominente Menschen, die aus verschiedenen Blickwinkeln aus ihrer Lebens- oder Berufserfahrung über das Gesicht nachdenken - als Boxer oder Influencerin, Modemacher oder Dermatologin, als Zwilling oder Transgender, als Philosoph oder Bestatter, als Schriftstellerin oder als jemand, dessen Gesicht sich radikal veränderte.
Unterhaltsam und aufschlussreich widmeten sich die beiden Journalistinnen Luzia Braun und Ursula März in 19 Interviews dem menschlichen Gesicht und seinen vielfältigen Facetten, fasst Rezensentin Maja Beckers für uns zusammen. Jede der befragten Personen, ob in der Öffentlichkeit stehend oder nicht, habe zum eigenen Gesicht etwas zu sagen, drücke sich darüber aus und schaffe mit dem Antlitz einen nicht unbedeutenden Teil der eigenen Identität. "Smart" und faszinierend findet die Rezensentin das und freut sich, dass auch Fragen zur (chirurgischen) Veränderbarkeit und zum Verhältnis Psyche und Aussehen gestellt werden.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…