Moshtari Hilal

Hässlichkeit

Cover: Hässlichkeit
Carl Hanser Verlag, München 2023
ISBN 9783446276826
Gebunden, 224 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Dichte Körperbehaarung, braune Zähne, große Nasen: Moshtari Hilal befragt Ideen von Hässlichkeit. In ihrem Buch schreibt sie von Beauty Salons in Kabul als Teil der US-Invasion, von Darwins Evolutionstheorie, von Kim Kardashian und von einem utopischen Ort im Schatten der Nase. Ihre Erkundungen, Analysen und Erinnerungen, ihre Bildzitate und eigenen Zeichnungen führen in jenen innersten Bereich, in dem jedes Selbstverständnis auf dem Prüfstand steht. Warum fürchten wir uns vor dem Hässlichen? Intim und hochpolitisch erzählt Moshtari Hilal von uns allen, wenn sie von den Normen erzählt, mit denen wir uns traktieren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2023

Nicht nur als Sachbuch, sondern als "Kunstwerk" würdigt Rezensentin Christiane Lutz dieses Buch der Künstlerin, Kuratorin und Autorin Moshtari Hilal, die sich essayistisch und autobiografisch, in Gedichten, Fotos und Collagen mit dem Thema "Hässlichkeit" auseinandersetzt. Die Kritikerin liest, wie Hilal unter ihrer angeblich zu großen Nase litt und erfährt, dass Jacques Joseph, einer der ersten plastischen Chirurgen, bereits Anfang des 20. Jahrhunderts "jüdisch wirkende Nase" operierte. Dass das Schönheitsideal westlich und auch "rassistisch" geprägt ist, legt ihr die Autorin ebenfalls dar: So erscheine relative Haarlosigkeit an den Oberarmen von Frauen als schön. Als hässlich gelten in unserer Gesellschaft zudem Krankheit, Tod, Armut, entnimmt Lutz dem Buch. Dass Hilal nicht dem Versuch der Selbsttherapie erliegt, verbucht die Kritikerin als Gewinn.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.09.2023

"Wir sind alle hässlich", davon ist Rezensentin Sarah Murrenhoff nach der Lektüre von Moshtari Hilals Buch über die Hässlichkeit überzeugt. Hilal setzt sich darin mit Schönheitsidealen auseinander, die sie oft von kolonialen oder rassistisch geprägten Normen und Privilegien gesetzt sind, erläutert Murrenhoff. Die Autorin greift dabei laut Kritikerin auch auf ihre eigenen Erfahrungen zurück und erkennt dabei, dass das Gefühl, hässlich zu sein, immer auch aus der Angst entsteht, zu den Outcasts der Gesellschaft zu gehören. Die Kategorisierung als hässlich hat eben auch viel mit Dehumanisierung und Othering zu tun, lernt die Kritikerin. Sie fühlt sich angeregt, Kategorien von Schönheit und Aussehen nun anders zu denken.

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