Aus dem Rumänischen von Ernest Wichner. Unverhüllt autobiografisch und mit einer atemberaubenden Klarheit erzählt der noch nicht 30-jährige M. Blecher (1909 - 1938), wie ihm, dem hoffnungslos Erkrankten, in Augenblicken größten Leidens die Zusammenhänge des Lebens, die geheimnisvollen Übergänge zwischen Realität, Traum und Schreiben einsichtig werden. Blechers Poetologie des Leidens kontrapunktiert seine Erzählungen aus Berck, die expressionistischen Schilderungen von Paris oder die Reminiszenzen an ein Sanatorium in Rumänien. Ernest Wichners umfangreicher Essay gibt erstmals Einblick in die bisher nur bruchstückhaft bekannte Biographie des Autors, der heute, 70 Jahre nach seinem Tod, weltweit entdeckt wird.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.12.2008
Andreas Breitenstein muss zugeben, dass ihm die Lektüre von M. Blechers "Beleuchtete Höhle" nicht leicht gefallen ist, handelt das autobiografisch fundierte Buch doch vornehmlich von Tod und Sterben - dem eigenen und dem um ihn herum - in rumänischen Sanatorien. Blecher, 1909 in der rumänischen Provinz geboren und bereits 1938 an Knochentuberkulose gestorben, gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Moderne und lässt sich in einem Atemzug mit Kafka, Bruno Schulz und Robert Walser nennen, erklärt der Rezensent. Er streicht das besondere Verdienst des Übersetzers Ernest Wichner um Blechers Werk heraus, der nun, nach Ächtung erst im Faschismus, später im Stalinismus, wieder entdeckt werden kann. Der vorliegende Band, den Blecher nicht mehr ganz vollenden konnte, beschreibt die Innen- und Außenerfahrung von Krankheit, Qual und Sterben im Sanatorium, so Breitenstein. Am meisten berührt haben ihn die Beschreibungen des eigenen Körpers, wobei der Erzähler eine zunehmend kühle, sezierende Perspektive einnimmt. Am Ende kommt der beeindruckte Rezensent zu dem Schluss, dass bei aller existenziellen Verzweiflung, die das Werk prägt, in der "bleibenden Bedeutung" dieser Prosa dem "Verschwinden" Einhalt geboten wird.
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