Aus dem Amerikanischen von Thomas Bodmer. Eine Maus wird von einem Wolf verschlungen und trifft zu ihrem großen Erstaunen im Bauch des Wolfes auf eine Ente. Die beiden unterhalten sich prächtig, feiern ein Fest, essen sich satt und philosophieren über die Annehmlichkeiten des Gefressenwerdens.
Denn wer bereits gefressen worden ist, braucht sich vor solchen Bedrohungen nicht mehr zu fürchten. Am Ende gelingt es den beiden Komplizen sogar den Wolf vor einem Jäger zu retten und so ihr sicheres behagliches Zuhause zu verteidigen.
Der bekannte amerikanische Kinderbuchautor Mac Barnett liefert uns eine überaus originelle Erklärung dafür, warum Wölfe heulen. Jon Klassen illustriert mit gekonnter Reduktion und unvergleichlich scharfem Witz.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.01.2019
Da haben sich zwei gefunden, glaubt Ulrike Schultheis. Mac Barnett, der "amerikanische Alleskönner der Kinderliteratur", mit seinen ulkigen Figuren und skurrilen Geschichten und Jon Klassen, Jugendliteraturpreisträger, tiefgründiger Autor und kluger Ironiker. Gemeinsam haben diese beiden nun ein Kinderbuch erschaffen, das in seiner düsteren Komik nicht nur junge Leser, sondern auch Erwachsene erfreut. Stilistisch passen diese beiden zusammen wie Topf und Deckel, lesen wir. Außerdem teilen sie offenbar ihre Vorliebe für Quatsch und unerwartete Wendungen. Da ist ein Wolf, der eine Maus verschluckt, die im Bauch des Wolfes auf eine Ente trifft. Gemeinsam machen sie es sich dort drin gemütlich und kämpfen um ihr Zuhause, nachdem der Jäger dem Wolf einen gehörigen Schrecken eingejagt hat. Einen tieferen Sinn sucht man in dieser Geschichte vergebens, doch das, findet Schultheis, macht gar nichts. Der Spaß darf doch ruhig auch mal im Vordergrund stehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2018
Rezensentin Alice Werner ist von diesem Buch so begeistert, dass sie gleich die ganze Geschichte nacherzählt. Und so erfahren wir nicht erst von Mac Barnett, sondern schon von ihr, warum der Wolf Nacht für Nacht den Mond anheult. Ihr gefällt der feinsinnige Humor der Fabel ebenso gut wie der Retro-Stil, und am Ende flößt ihr das klagende Raubtier mehr Mitgefühl als Angst ein.
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