Aus dem Englischen von Alexandra Rak. Kriegsende 1945. Deutschland liegt in Schutt und Asche. In dieses Land kehrt eine Frau zurück aus dem Exil und findet ihre Lebensaufgabe. Jella Lepman möchte am Aufbau einer besseren, friedlicheren Welt für Kinder mitwirken. Sie sammelt Tausende Kinderbücher und legt damit den Grundstein für die Internationale Jugendbuchbibliothek in München.
Interessiert liest und betrachtet Rezensentin Eva-Christina Meier dieses illustrierte Bilderbuch, die sich dem aufregenden Leben Jella Lepmans widmet. Die jüdische Journalistin Lepman floh 1936 aus Deutschland, nachdem sie dort ihren Beruf nicht mehr ausüben konnte, nach dem Krieg, erläutert Meier entlang des Gelesenen, begibt sie sich wieder nach Deutschland, misstraut zwar den Erwachsenen, viele darunter alte Nazis, setzt aber Hoffnungen in die junge Generation, die sie mit der Gründung von Jugendbibliotheken unterstützt. Katherine Paterson greift in dem Buch Lepmans eigene Lebenserinnerungen auf und vermittelt sie an ein junges Lesepublikum, so Meier, die Illustrationen Sally Dengs erinnern in ihren Pastelltönen an den amerikanischen Bildjournalismus der 1940er. Ein ingesamt gutes Buch ist dabei entstanden, so Meier.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2025
Rezensent Andreas Platthaus bedauert, dass Katherine Paterson und Sally Deng in ihrer für ein junges Publikum verfassten Lebensgeschichte der Bibliothekarin und Gründerin der Internationalen Jugendbibliothek Jella Lepman eher konventionell vorgehen. Lepmans eher unruhige Vita und ihr Engagement für das Jugendbuch hätten mehr verdient, findet er. Immerhin anerkennt Platthaus die Zeitlosigkeit der aus historischen Fotos und Zeichnungen entstandenen Collagen im Buch. Die wiederholte Darstellung der mehr als bekannten Kinderbuchklassiker findet der Rezensent hingegen etwas einfallslos und allzu westlich orientiert. Die Erzählweise nennt Platthaus "ganz und gar konventionell".
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