Magnus Florin

Der Garten

Roman
Cover: Der Garten
Edition Rugerup, Hörby 2013
ISBN 9783942955355
Gebunden, 95 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Benedikt Grabinski. Florin erzählt die fiktive Geschichte von Linnæus, der sich in seinem berühmten Garten mit dem Gärtner auseinandersetzt, mit Pflanzen und ihrer Bestimmung, mit Zauberei, einem Uhrmacher, seinen Schülern und einem Verbrechen in der Nachbarschaft. Teile des Werkes des großen Naturforschers Carl von Linné (1707-1778) scheinen immer wieder durch den Text, jedoch entsteht nicht Geschichte, sondern ein Flechtwerk lustvoller Phantasien, die auf kunstvolle Weise den Forscher neu erfinden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.11.2013

Kleiner großer Roman, flüstert Hans Jürgen Balmes zärtlich und schwelgt in den Resonanzen, die dieser Text über Carl von Linné entwickelt und aus denen der achtsame Rezensent etwa erlauscht, wie sich Linnés Gemüt im Alter verdüstert. Ein bisschen Nouveau Roman, ein bisschen Abenteuer des Denken, aufklärerisch, anschaulich, erkennt Balmes und die erkenntnistheoretischen Fragen aus Linnés Zeit. Dabei sind die Helden hier bloß drei, staunt der Rezensent: Linné, sein Gärtner und der Garten. Magnus Florin macht daraus mit präziser Sprache und vielen Details und durch Rhythmus etwas Großes, versichert uns Balmes.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2013

Schon vielfach, so Heinrich Detering in seiner angeregten Kritik der Erzählung, musste Linné (oder Linnaeus) als Verkörperung der dürren und pedantischen Seite der Aufklärung herhalten, so etwa in einem Gedicht Hans Magnus Enzensbergers. Auch Magnus Florin scheint hiervon nicht so weit entfernt zu sein, dessen in Schweden preisgekrönte Erzählung aus dem Jahr 1995 nun auf Deutsch erscheint. Aber Florin erliegt nicht dem Klischee, wenn man Detering glauben kann, sondern verwickelt den historischen Helden und den heutigen Leser in ein kompliziertes und zauberhaftes Spiel, das man, ehrlich gesagt, aus Deterings Rezension nicht immer ganz nachvollziehen kann. Dennoch klingt es spannend, was er über diese "zwischen Zen-Weisheit und Wittgenstein" schwankende Figur und den schwebenden, assoziativen Erzählduktus schreibt. Auch Benedikt Grabinskis Übersetzung und sein Essay über Linné finden Deterings Zustimmung.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Stichwörter

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…