Aus dem Schwedischen von Benedikt Grabinski. Florin erzählt die fiktive Geschichte von Linnæus, der sich in seinem berühmten Garten mit dem Gärtner auseinandersetzt, mit Pflanzen und ihrer Bestimmung, mit Zauberei, einem Uhrmacher, seinen Schülern und einem Verbrechen in der Nachbarschaft. Teile des Werkes des großen Naturforschers Carl von Linné (1707-1778) scheinen immer wieder durch den Text, jedoch entsteht nicht Geschichte, sondern ein Flechtwerk lustvoller Phantasien, die auf kunstvolle Weise den Forscher neu erfinden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.11.2013
Kleiner großer Roman, flüstert Hans Jürgen Balmes zärtlich und schwelgt in den Resonanzen, die dieser Text über Carl von Linné entwickelt und aus denen der achtsame Rezensent etwa erlauscht, wie sich Linnés Gemüt im Alter verdüstert. Ein bisschen Nouveau Roman, ein bisschen Abenteuer des Denken, aufklärerisch, anschaulich, erkennt Balmes und die erkenntnistheoretischen Fragen aus Linnés Zeit. Dabei sind die Helden hier bloß drei, staunt der Rezensent: Linné, sein Gärtner und der Garten. Magnus Florin macht daraus mit präziser Sprache und vielen Details und durch Rhythmus etwas Großes, versichert uns Balmes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2013
Schon vielfach, so Heinrich Detering in seiner angeregten Kritik der Erzählung, musste Linné (oder Linnaeus) als Verkörperung der dürren und pedantischen Seite der Aufklärung herhalten, so etwa in einem Gedicht Hans Magnus Enzensbergers. Auch Magnus Florin scheint hiervon nicht so weit entfernt zu sein, dessen in Schweden preisgekrönte Erzählung aus dem Jahr 1995 nun auf Deutsch erscheint. Aber Florin erliegt nicht dem Klischee, wenn man Detering glauben kann, sondern verwickelt den historischen Helden und den heutigen Leser in ein kompliziertes und zauberhaftes Spiel, das man, ehrlich gesagt, aus Deterings Rezension nicht immer ganz nachvollziehen kann. Dennoch klingt es spannend, was er über diese "zwischen Zen-Weisheit und Wittgenstein" schwankende Figur und den schwebenden, assoziativen Erzählduktus schreibt. Auch Benedikt Grabinskis Übersetzung und sein Essay über Linné finden Deterings Zustimmung.
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