Kaum ein Mensch ist in der Lage, die kulturellen Prägungen, denen er von klein auf ausgesetzt war, wirklich abzulegen, ob es nun Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Sexualität, Behinderungen oder den sozialen Status betrifft. Diese Prägungen erzeugen in unserem Gehirn sogenannte "blinde Flecken", die unsere Einstellung anderen Menschen gegenüber beeinflussen, Vorurteile also, ohne dass uns das bewusst ist. Die gute Nachricht: Wenn wir das schon nicht verhindern können, dann können wir es uns zumindest mit diesem Buch bewusst machen und aktiv dagegen angehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2015
Mit "Vor-Urteile", dem nun auch auf Deutsch erschienenen Buch der amerikanischen Psychologen Mahzarin R. Banaji und Anthony G. Greenwald hat sich Rezensent Leander Steinkopf auf eine spannende und lehrreiche Reise ins Unbewusste begeben. Denn die beiden Autoren, die mit dem inzwischen inflationären IAT eine Methode zur Erkennung impliziter Stereotype entwickelten, erörtern hier ihre Ergebnisse anhand derer sie feststellten, dass siebzig Prozent aller Studienteilnehmer implizite rassistische Präferenzen aufwiesen, informiert der Kritiker. Allerdings hätte er sich einige wissenschaftspsychologische Erläuterungen gewünscht, auch die sich auf sozialpsychologischem Terrain anbietende Anschaulichkeit kommt dem Rezensenten zu kurz. Nichtsdestotrotz kann er die interessante und erfreulich ungeschwätzige Lektüre empfehlen.
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