Maike Albath

Rom, Träume

Moravia, Pasolini, Gadda und die Zeit der Dolce Vita
Cover: Rom, Träume
Berenberg Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783937834658
Gebunden, 304 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Die vielleicht schönsten Seiten der italienischen Nachkriegsgeschichte wurden in Rom zur Zeit der Dolce Vita, der fünfziger und sechziger Jahre geschrieben. Fellini und andere drehten in Cinecittà, auf der Via Veneto drängelten sich Hollywood-Stars. Das Antlitz der Zeit aber wurde geprägt von den Freunden um Elsa Morante, Alberto Moravia, Carlo Emilio Gadda, Ennio Flaiano und Pier Paolo Pasolini. Sie mischten sich mit polarisierender Stimme in das politische und kulturelle Geschehen. Mit ihren Büchern und heiß umstrittenen Filmen schrieben sie ein bis heute unvergängliches Kapitel italienischer Kulturgeschichte. Maike Albath macht in ihrem Buch, in dem viele Zeitzeugen zu Wort kommen, die unvergleichlich kreative Atmosphäre jener römischen Jahre noch einmal fühlbar.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2014

Hingerissen zeigt sich Rezensent Peter Kammerer von Maike Albaths Buch "Rom, Träume". Die Autorin schildert für ihn die Zeit der römischen Dolce Vita und der großen Schriftsteller und Filmemacher wie Moravia, Pasolini, Morante, Gadda und Flaiano als eine künstlerisch besonders fruchtbare Epoche, eine Epoche auch, in der Rom ein "urbanes Dorf" war, wo sich alle Welt traf und miteinander redete, disktuierte, feierte. Neben dem Rückgriff auf aktuellste Quellen zeichnet sich das Buch in seinen Augen durch die vielen Gespräche mit Zeitzeugen aus der unmittelbaren Umgebung der porträtierten Literarten. Sein Fazit: ein Buch, das den "Herzschlag" einer wichtigen Periode römischer Literatur hörbar macht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2013

Gustav Seibt lässt sich von seiner Kritikerkollegin Maike Albath sehr gern an jene Zeit erinnern, als Italien ein "Kernland der Moderne" war und Roms Schriftsteller wie Filmemacher die treibende Kraft der sich erneuernden Gesellschaft waren. In ihrer Kulturgeschichte lässt Albath alle Größen der fünfziger und sechziger Jahre vorkommen, versichert Seibt: Pasolini, Fellini, Moravia, Morante und Carlo Emilio Gadda, der übrigens, wie Seibt verrät, mit der "Grässlichen Bescherung in der Via Merulana" einen der schönsten Rom-Romane aller Zeiten geschrieben habe - und zwar in der Liga mit Joyce und Proust. Und wer weiß schon, dass Pasolini bei Louis Trenker als Drehbuchautor angefangen hat?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2013

Über die Autoren und Künstler Roms nähert sich die Kulturjournalistin Maike Albath dem Esprit einer Epoche, der Zeit des "Dolce Vita", dass Flaiano und Fellini bereits argwöhnisch betrachteten und dessen Oberflächlichkeit sie zur Schau stellen wollten, was allseits nicht verstanden wurde, erzählt Rezensentin Ursula Keller. "Rom, Träume" heißt Albaths Buch und die Jahre, um die es geht, reichen von 1945 bis in die späten sechziger Jahre, erklärt die Rezensentin. Es war, als hätte man nach dem Faschismus alles auf einmal nachholen wollen, erfährt die Rezensentin von Albath, man traf sich auf der Straße, nicht in Salons, das Geistesleben fand in aller Öffentlichkeit statt. Das Bild der intellektuellen Aufbruchsstimmung, das die Autorin durch die Augen von Moravia, Pasolini und anderen zeichnet, stimmt Keller wehmütig. Es gibt gute Gründe, diese Zeit zu vermissen, findet sie.

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