S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN
9783103977189 Gebunden, 336 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Unsere Lebensumstände haben sich massiv gewandelt: Immer mehr Menschen leben allein, Soziale Medien und digitale Kontakte werden immer wichtiger. Aber sind wir heute wirklich einsamer - oder reden wir nur mehr darüber? Die Psychologieprofessorin Maike Luhmann hat über zehn Jahre lang zu Einsamkeit geforscht. In diesem Buch fasst sie den Stand der Wissenschaft zugänglich zusammen. Sie beleuchtet, was uns einsamer macht, wann es gefährlich wird und was wir brauchen, um uns und andere vor chronischer Einsamkeit zu schützen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.04.2026
Ein lesenswertes Buch über Einsamkeit hat Maike Luhmann geschrieben, findet Rezensentin Susanne Billig. Die Soziologin unterscheidet verschiedene Formen von Einsamkeit und stellt klar, diese in unserer Gegenwart keineswegs besonders weit verbreitet ist - insbesondere ältere Menschen sind sogar weniger einsam als früher, eine grassierende "Einsamkeitsepidemie" gibt es also, wie sonst oft behauptet, nicht, lernt die Kritikerin. Dennoch gibt es Phänomene wie die "Einsamkeitsspirale", die dafür sorgen, dass Menschen, die sich einsam fühlen, sich zusätzlich selbst isolieren. Auch könnten Entwicklungen wie der Klimawandel laut Luhmann in Zukunft Einsamkeit verstärken, lesen wir. Billig schätzt, wie hier mit wissenschaftlichen Methoden, gängige Klischees über Einsamkeit aufgebrochen werde.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 12.03.2026
Interessante Erkenntnisse über Einsamkeit zieht Rezensent Jens Jessen aus Maike Luhmanns Buch. Die zentrale: Gar so einsam wie die Konjunktur des Themas im Diskurs es vermuten lässt, sind wir unter Umständen gar nicht. Die angenehm geschmeidig und nüchtern geschriebene wissenschaftliche Studie der Psychologieprofessorin nimmt sich die empirischen Daten vor und stellt fest, dass viele Vorurteile, etwa über Alterseinsamkeit oder die Rolle des Internets als Einsamkeitstreiber, von den Daten nicht gedeckt sind. Auch Corona brachte höchstens einen sehr kurzen Einsamkeitsschub, der sich schon kurz danach wieder erledigt hatte. Lediglich in biografischen Extremsituationen, also wenn es einem eh schon schlecht geht, gibt es laut Luhmann ein Einsamkeitsproblem. Wobei sie auch anmerkt, dass man immer mitbedenken muss, dass Einsamkeit in erster Linie eine subjektive, keine objektive Kategorie ist. All dies findet Jessen ziemlich erhellend, gerade auch im Vergleich mit anderen aktuellen Büchern über die Einsamkeit, etwa von Daniel Haas und Daniel Schreiber, die sich dem Thema eher erzählerisch nähern und dabei in die Gefahr geraten, in der Aufarbeitung ihrer "Privatmisere" lediglich einen schon lange existierenden Einsamkeitsdiskurs zu reproduzieren.
Die politische Dimension von Einsamkeit erklärt die Psychologin Maike Luhmann, die zum Thema auch ein Buch geschrieben hat, im SZ-Gespräch. Die Einsamkeit in der Gesellschaft nimmt zu und ist nicht nur eine Belastung für das Gesundheitssystem (denn einsame Menschen werden häufiger krank), sie kann auch gefährdend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sein: "Wenn wir unter Einsamkeit leiden, sind Gruppierungen anziehend, die uns das Gefühl von Zugehörigkeit geben. Dabei können vielleicht auch mal Gruppen abseits des Mainstreams interessant werden, wenn wir bedürftig sind und wenig andere Kontakte haben. Das muss nicht unbedingt eine politische Organisation sein, das können zum Beispiel auch Sekten sein. Viele Verschwörungserzählungen benutzen die Vorstellung, dass es da draußen irgendwelche dunkle Mächte gibt, die daran schuld sind, dass es mir schlecht geht. Daran zu glauben, kann entlastend sein, wenn man sich abgelehnt fühlt." Unser Resümee
Die politische Dimension von Einsamkeit erklärt die Psychologin Maike Luhmann, die zum Thema auch ein Buch geschrieben hat, im SZ-Gespräch. Die Einsamkeit in der Gesellschaft nimmt zu und ist nicht nur eine Belastung für das Gesundheitssystem (denn einsame Menschen werden häufiger krank), sie kann auch gefährdend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sein: "Wenn wir unter Einsamkeit leiden, sind Gruppierungen anziehend, die uns das Gefühl von Zugehörigkeit geben. Dabei können vielleicht auch mal Gruppen abseits des Mainstreams interessant werden, wenn wir bedürftig sind und wenig andere Kontakte haben. Das muss nicht unbedingt eine politische Organisation sein, das können zum Beispiel auch Sekten sein. Viele Verschwörungserzählungen benutzen die Vorstellung, dass es da draußen irgendwelche dunkle Mächte gibt, die daran schuld sind, dass es mir schlecht geht. Daran zu glauben, kann entlastend sein, wenn man sich abgelehnt fühlt." Unser Resümee
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