FAZ-Literaturchef Thomas Steinfeld bespricht den Band zusammen mit Dietrich Schwanitz` "Bildung - alles, was man wissen muss" (Eichborn Verlag) in einer Doppelbesprechung, die an beiden Büchern kein gutes Haar lässt. Immerhin aber widmet er den beiden Büchern den Aufmacher des Sachbuchteils in der November-Literaturbeilage.
1) "Der europäische Bildungskanon"
Manfred Fuhrmanns Elegie auf den verlorenen Bildungskanon nötigt Steinfeld keinen Respekt ab. Der Autor gebe sich als Anhänger einer verlorenen Sache, ohne wirklich Partei für sie zu ergreifen. Im Grunde biete Fuhrmann kaum mehr als eine Aufzählung von Bildungsthemen und persönliches Ressentiment. Auf die veränderten Bedingungen der Gegenwart gegenüber der eigenen Studienzeit vermöge Fuhrmann kaum einzugehen.
2) "Bildung - alles was man wissen muss"
Dietrich Schwanitz` freundlich daherkommende Aufzählung "der ungelesenen Bücher, der ungehörten Musik, der ungesehenen Bilder" findet Steinfeld mit Verlaub lächerlich. Das sei eine bloße "Kolportage von Bildung", in der Schwanitz auch noch peinliche Irrtümer unterliefen. Steinfeld fragt sich, ob das Publikum solch eine Gebrauchsanweisung für Ungebildete überhaupt braucht.