Wie alljährlich im Februar plagt sich der Filmjournalist Albrecht Niemeyer mit der geliebt-gehassten Berlinale. Er ist Berlins bösartigster und unbeliebtester Kritiker und stolz darauf, denn die Einschaltquoten geben ihm Recht. Privat jedoch läuft alles bei ihm schief, sein Freund Jupp - ein Gefährte aus längst verdrängten Punk-Zeiten - hat sich bei ihm eingenistet und geht ihm auf die Nerven. Vor allem aber leidet Albrecht darunter, dass seine Frau Emily ihn wegen eines Orthopäden verlassen hat. Als sei dies nicht schon Grund genug, schlecht gelaunt zu sein, wird Albrecht zu allem Überfluss eine Briefbombe ins Pressefach gelegt. Zwar bleibt er unverletzt, doch der Bombenleger kündigt per Telefon einen weiteren Anschlag an. Die ermittelnden Kriminalbeamten nehmen die Bedrohung jedoch nicht ernst, und so beschließt Albrecht, selbst den Detektiv zu spielen. Personen und Tatmotive gibt es genug, denn der Filmkritiker hat es sich beinahe mit jedem Filmschaffenden in Deutschland verscherzt.
Mani Beckmann habe eine etwas unglückliche Wahl des Verlags getroffen, so Gerrit Bartels zu diesem Roman, was vermutlich den Erfolg schmälere, den das Buch hätte haben können. Eigentlich versammele der Roman durchaus die Elemente, die Büchern wie den neuen Romanen von Frank Goosen oder Daniel Bielenstein zum Erfolg verholfen haben, denen er in der Konzipierung von Form und Inhalt durchaus ähnele. Die Medienwelt, Männerfreundschaften, verschiedene Lebensentwürfe, Protagonisten, in denen sich eine große Leserzahl zumindest im Alter zwischen 30 und 40 wiederfinden könnte, dazu leicht und witzig zu lesen, mit einem Hauch von "Männerzeitschriften-Mentalität". Da der Roman allerdings vordergründig ein Krimi sei, sei er auch in einem Krimiverlag erschienen, was ihm den Erfolg, den die anderen Romane derzeit haben (ob nun zu recht oder zu unrecht), zu verwehren drohe.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…