Aus dem Spanischen von Theres Moser. Der Literaturprofessor Julio Matasanz richtet seine wissenschaftlichen Forschungen über die Ritter am Artushof nach den praktischen Anforderungen der Liebe. Wie ein moderner Minnesänger reist er von Kongress zu Kongress, um seine Geliebte Myrna zu treffen. Während seine Ehefrau Madrona mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt ist, reist er nach Galicien, um einen Preis entgegenzunehmen und eine Rede über das Traumpaar Erek und Enite zu halten. Auch Myrna macht sich auf den Weg. Als Erek und Enite des dritten Jahrtausends kämpfen hingegen der Neffe Pedro und seine Freundin Myriam in Lateinamerika für eine gerechtere Welt. Madrona versucht das Paar zum Weihnachtsfest nach Spanien zu holen, auf den Familienbesitz, der - als Hommage an die Artusritter - den Namen "Hof der Lust" trägt ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2004
Die Rezensentin Klara Obermüller ist - mit einigen Abstrichen - begeistert von diesem Roman, der ungeplanter Weise zum Vermächtnis des "äußerst raffinierten Erzählers" geworden ist - denn Manuel Vazquez Montalban ist im vergangenen Jahr auf der Rückkehr von einer Lesereise auf dem Bangkoker Flughafen gestorben. Dieser Umstand nährt Obermüllers Meinung nach die sowieso nahe liegende Vermutung, dass der Autor mit seinem Protagonisten einiges gemein hat - denn auch der Professor in der Geschichte blickt, trotz der bevorstehenden Ehrung für sein Lebenswerk, eher desillusioniert auf sein Leben zurück. In ihrer Rezension, die gleichzeitig auch ein bisschen Nachruf ist, betont Obermüller den schonungslosen und trotzdem mitfühlenden Ton, den Montalban für seine Bücher gefunden hat. "Auch wenn in diesem jüngsten und letzten Roman von Vazquez Montalban die melancholisch-resignativen Töne überwiegen, so besticht doch auch dieses Buch durch die Schärfe des Blicks und die Ironie, mit der Menschen und Milieus beschrieben werden", schreibt die Rezensentin. In einigen Passagen der in drei Erzählperspektiven aufgesplitterten Geschichte fehlt der Rezensentin allerdings der Feinsinn, den sie an Montalban eigentlich schätzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2004
Rezensentin Jutta Person gefällt dieser Roman der unlängst verstorbenen spanischen Autors Manuel Vazquez Montalban, der anders als viele seiner Geschichten kein Krimi ist. Ihrer Meinung nach ist es "ein facettenreichen Roman über das Älterwerden und die Liebe im 21. Jahrhundert" geworden. Da sich der Autor damit auf etwas ungewohntem Terrain bewegt, verzeiht Person auch gerne, dass "der Roman streckenweise etwas ungelenk daherkommt". Den Helden, ein Professor für mittelalterliche Literatur, nennt sie einen "alternden Narziss", der sich mit einer Mischung aus "Selbstironie und ungebremster Eitelkeit" durchkämpft. Doch ist der Roman für sie auch eine gelungene Parodie auf das akademische Leben und die "offizielle Kulturmaschinerie", die an vielen Stellen ins Schwarze trifft - die zahlreichen Anspielungen auf "real existierende Größen" sind da nur das Tüpfelchen auf dem i.
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