Wie erleben Somalis, die meisten jünger als achtzehn Jahre, ihre Heimat? Warum ist Somalia - gegen alle Wahrscheinlichkeit - noch nicht zusammengebrochen? Und weshalb geben so viele Somalis nicht auf und kämpfen für ein besseres Somalia - nicht mit der Kalaschnikow, sondern mit ihren Händen und Ideen? Marc Engelhardt und Bettina Rühl liefern ein facettenreiches Bild eines der spannendsten Länder Afrikas.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2020
Solch ein Buch sollte mal die Bestsellerlisten erobert, findet Rezensentin Monika Remé. Denn von den beiden erfahrenen Journalisten Marc Engelhardt und Bettina Rühl lernt sie, wie viel Logik im ewigen und scheinbar irrationalen Bürgerkrieg in Somalia steckt - oder besser gesagt: wieviel Kalkül. Die beiden Ostafrika-Experten zeigen, welch beachtlichen Gewinne Warlords, Milizen und ausländische Akteure mit der Ausbeutung des Landes machen. Die islamistischen al-Shabaab-Milizien treiben effizienter Schutzgelder ein als der Staat die Steuern, die Regierung bereichert sich an Hilfsgeldern, internationale Konzerne an den Bodenschätzen. Dass sich dabei noch so viele Somalier immer wieder für Frieden und Stabilität in ihrem Land engagieren, ringt der Rezensentin große Bewunderung ab. Etwas ungewöhnlich findet sie die Herangehensweise der Autoren, die am Ende aber durchaus Sinn ergibt, wie die überzeugte, um nicht zu sagen begeisterte Rezensentin versichert.
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