Marc Sagnol

Galizien und Lodomerien

Eine Spurensuche
Cover: Galizien und Lodomerien
Kadmos Kulturverlag, Berlin 2021
ISBN 9783865994608
Gebunden, 238 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Andreas Fliedner. Marc Sagnol durchstreift die ehemaligen "Kronländer" Galizien und Lodomerien, die heute vor allem auf dem Gebiet der westlichen Ukraine liegen. Die persönliche wie historische Spurensuche führt ihn zur verschollenen österreichischen, polnischen und jüdischen Kultur des ehemaligen Vielvölkerlandes und den zahlreichen Schriftstellern, die dort gelebt und geschrieben haben. Orte werden sichtbar - Grodek, Lemberg, Bels, Drohobycz, Brody, Stryj, Bolechow, Czortkow -, die im gegenwärtigen Gedächtnis meist nicht mehr präsent sind, und Texte vielfältiger Autoren erkundet - von Sacher-Masoch und Karl Emil Franzos über Georg Trakl, Joseph Roth, Bruno Schulz, Samuel Agnon, Soma Morgenstern, Stanislaw Lem bis zu weniger bekannten Namen wie Jiri Langer, Debora Vogel, Artur Sandauer, Julian Stryjkowski und Andrzej Kusniewicz. Die Figuren und Geschichten ihrer Werke werden aus dem Vergessen geholt und erscheinen in ihrer ganzen Plastizität und Lebendigkeit vor unseren Augen. Ein Leitfaden der Suche bleibt die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung von Galizien in der Shoah und die damit verbundene unwiderrufliche Zerstörung einer blühenden Kultur. Damit beschäftigt sich auch der zusätzliche Essay "Rückkehr nach Leopolis" - beeindruckt durch die Lektüre des Buches von Philippe Sands - und folgt den Spuren dieser Vernichtung im Ghetto von Lemberg.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 06.01.2022

Rezensent Carsten Hueck folgt interessiert Marc Sagnols Reise durch "Galizien und Lodomerien". Der französische Autor, Fotograf und Filmemacher stellt darin die Gegend zwischen Krakau und Czernowitz fotografisch und textlich dar, seine Beobachtungen stellt er denen von weiteren Autoren gegenüber und vergleicht dadurch auch noch Gegenwart mit Vergangenheit, erklärt Hueck. Dadurch macht Sagnol die damalige Kultur und Sprache Galiziens für den Rezensenten wieder lebendig. Trotz der Traurigkeit seiner schwarz-weißen Bilder vermittelt der Autor sein Erleben laut Hueck sachlich und ohne Sentimentalität. Das Buch macht ebenso deutlich, wie vollständig ausgelöscht das jüdische Leben im ehemaligen Galizien ist, resümiert der Rezensent.

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